Ein Kinderarzt der Havelland Kliniken hat vor dem Landgericht Potsdam gestanden, über 70 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Ihm werden insgesamt 130 Straftaten vorgeworfen, die sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren erstrecken sollen, beginnend im Dezember 2013 und endend im November 2025. Die Taten sollen sowohl in Klinikräumen in Rathenow und Nauen als auch in der Privatwohnung des Angeklagten sowie bei Besuchen von Kindertagesstätten stattgefunden haben, wo er medizinische Untersuchungen durchführte. Der 46-Jährige hat zu fast allen Vorwürfen Geständnisse abgelegt und erklärte, er wolle seinen Opfern eine Aussage als Zeugen ersparen. 15 Betroffene oder deren Erziehungsberechtigte treten als Nebenkläger auf. Die Staatsanwaltschaft verlas eine detaillierte Anklage, die auch die Anfertigung von Fotos und Videos durch den Angeklagten beinhaltet. Es wird mit einem Urteil Mitte Dezember gerechnet. Die Ermittlungen begannen im November letzten Jahres aufgrund einer Anzeige einer Mutter.
Unsere Lesung ist, dass der Angeklagte durch sein Geständnis versucht, die Schwere seiner Taten zu minimieren und seinen Opfern eine weitere Belastung durch eine Zeugenaussage zu ersparen. Wir sehen, dass die Anklage eine erhebliche Anzahl von Straftaten umfasst, die über einen langen Zeitraum begangen wurden und an verschiedenen Orten stattfanden. Die Tatsache, dass Fotos und Videos angefertigt wurden, deutet auf eine besonders schwerwiegende Form des Missbrauchs hin.
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