Gina H., die Angeklagte im Fall des achtjährigen Fabian, bestreitet weiterhin ihre Beteiligung am Tod des Jungen. Im Rostocker Landgericht wurden am 27. Verhandlungstag zahlreiche Widersprüche in ihren Aussagen deutlich, während sie versuchte, ein komplexes Beziehungsgeflecht zu erklären. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian am 10. Oktober 2025 aus seiner Wohnung gelockt, erstochen und den Leichnam an einem Teich bei Klein Upahl in Brand gesetzt zu haben. Gina H. schildert sich selbst als Beschützerin des Jungen in einer von Gewalt geprägten Beziehung zwischen Fabians Vater und ihr. Richter Holger Schütt stellte mehrere ihrer Angaben infrage, insbesondere hinsichtlich ihrer Beziehung zum Kindesvater, früheren Partnern, finanziellen Sorgen und ihrem widersprüchlichen Verhältnis zu Fabian. Sie gab an, dass der Vater Fabians die Kinder mehrfach geschlagen habe und sie dazwischengegangen sei, räumte aber auch ein, dass sie die Beziehung trotz der Gewalt aufrechterhalten habe. Sprachnachrichten, die im Gerichtssaal abgespielt wurden, bestätigten die Widersprüche in ihren Aussagen. Die Angeklagte schob die Schuld auf den Vater Fabians und behauptete, Fabian wie ihren eigenen Sohn geliebt zu haben. Sie räumte jedoch ein, dass sie den Vater Fabians aus der Wohnung geworfen hätte, wenn dieser ihren eigenen Sohn geschlagen hätte. Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist groß, und bereits kurz nach 2 Uhr in der Nacht warteten Menschen vor dem Landgericht, um der Verhandlung beizuwohnen. Es bleibt unklar, inwieweit die Angeklagte tatsächlich die Wahrheit sagt und welche Motive hinter ihren widersprüchlichen Aussagen stehen.
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