Alice Schwarzer stellt Magazin „Emma“ nach 50 Jahren ein
Politik
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2h ago

Alice Schwarzer stellt Magazin „Emma“ nach 50 Jahren ein

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Image: Spiegel De

Die feministische Zeitschrift „Emma“, gegründet von Alice Schwarzer, wird mit der Ausgabe vom 8. Dezember eingestellt. Schwarzer betonte, dass die Entscheidung nicht auf wirtschaftlichen Gründen beruhe, obwohl die Auflage sinke und die Abonnentenzahl durch ihre Positionierung im Ukraine-Krieg um rund 20 Prozent gesunken sei. Die Zeitschrift habe über drei Generationen hinweg eine wichtige Rolle in der feministischen Debatte gespielt und sei ein Gegengewicht zu vermeintlicher Frauenfeindlichkeit in anderen Medien gewesen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich Schwarzer gemeinsam mit Sahra Wagenknecht für schnelle Friedensverhandlungen mit Russland ausgesprochen, was zu Protesten und Abonnementkündigungen führte. Auch ihre kritische Haltung gegenüber Transpersonen stieß auf Widerstand, was 2023 zu Forderungen nach einer Absage ihrer Teilnahme am Literarischen Herbst in Leipzig führte. Schwarzer hatte die Leitung der Zeitschrift 2008 kurzzeitig an Lisa Ortgies abgegeben, übernahm sie aber wieder selbst. Das gesamte Archiv der Zeitschrift wird dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. Die Entscheidung, „Emma“ einzustellen, spiegelt Schwarzers Gefühl der Erschöpfung wider, aber auch den Wunsch, die Zeitschrift nicht weiterzuführen, ohne ihre Prinzipien zu kompromittieren.

Wo sie sich unterscheiden

  • Bild betonte, dass die kommende Ausgabe bereits die vorletzte sei und die Jubiläumsausgabe doppelt so umfangreich sein werde, um auf 50 wichtige Themen zurückzublicken.
  • Der Deutschlandfunk hob hervor, dass Schwarzer die Zeitschrift 1977 gemeinsam mit einem Kollektiv gegründet habe und „Emma“ über Jahrzehnte ein streitbares Sprachrohr des Feminismus gewesen sei.
  • Die NZZ thematisierte zusätzlich die Veröffentlichung eines neuen Albums von Helene Fischer und den Tod des Schweizer Autors Gerold Späth.
  • Die Süddeutsche Zeitung unterstrich, dass Schwarzer mit „Emma“ das Bewusstsein von Frauen und Männern verändert und viele Debatten angestoßen habe.

Was noch nicht bekannt ist

  • Es bleibt unklar, wie sich die Einstellung von „Emma“ langfristig auf die feministische Medienlandschaft in Deutschland auswirken wird.
  • Die genauen Gründe für das Zerwürfnis zwischen Schwarzer und Lisa Ortgies im Jahr 2008 werden nicht detailliert erläutert.

Hintergrund

  • Alice Schwarzer gründete die feministische Zeitschrift „Emma“ im Jahr 1977 gemeinsam mit einem Kollektiv, und die Zeitschrift war über Jahrzehnte ein umstrittenes Sprachrohr des Feminismus [Der Deutschlandfunk, 2023-12-06].
  • Die Auflage von „Emma“ sank, und die Abonnentenzahl reduzierte sich um rund 20 Prozent aufgrund der Positionierung im Ukraine-Krieg [Fact Refinery, 2023-12-06].
  • Alice Schwarzer übergab die Leitung der Zeitschrift im Jahr 2008 kurzzeitig an Lisa Ortgies, übernahm sie aber wieder selbst [Fact Refinery, 2023-12-06].
  • Feministische Debatten und das Aufzeigen von vermeintlicher Frauenfeindlichkeit in anderen Medien waren zentrale Anliegen der Zeitschrift [Süddeutsche Zeitung, 2023-12-06].

Unsere Einschätzung

Unsere Lesart ist, dass die Einstellung von „Emma“ weniger eine Reaktion auf wirtschaftlichen Druck ist, sondern vielmehr Ausdruck von Alice Schwarzers persönlicher Erschöpfung und dem Wunsch, die inhaltliche Integrität der Zeitschrift zu wahren. Die Kontroversen um den Ukraine-Krieg und die Transgender-Thematik haben zwar zu Abonnentenschwund geführt, scheinen aber nicht die Hauptursache für die Entscheidung zu sein. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass Schwarzer die Zeitschrift lieber einstellt, als Kompromisse bei ihren Prinzipien einzugehen.

Worauf zu achten ist

  • Die langfristigen Auswirkungen der Einstellung von „Emma“ auf die feministische Medienlandschaft in Deutschland sind noch unklar, eine Beobachtung der Entwicklung feministischer Medienangebote könnte Aufschluss geben [Fact Refinery, 2023-12-06].
  • Die Reaktion der feministischen Öffentlichkeit auf die Einstellung und die Art und Weise, wie die Zeitschrift in anderen Medien gewürdigt wird, könnten weitere Einblicke in die Bedeutung von „Emma“ geben [background knowledge].
  • Die Übergabe des gesamten Archivs an das Deutsche Literaturarchiv Marbach sollte verfolgt werden, um zu sehen, wie die Zeitschrift dort erschlossen und für die Forschung zugänglich gemacht wird [Fact Refinery, 2023-12-06].
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