Die Bundeswehr verzeichnet einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Fälle von sexualisiertem Fehlverhalten, was zu einem internen Tagesbefehl des Generalinspekteurs Carsten Breuer an die Soldatinnen und Soldaten führte. Im Jahr 2025 wurden 430 Fälle gemeldet, verglichen mit 395 im Jahr 2024 und 385 im Jahr 2023. Es wird erwartet, dass 2026 einen neuen Höchststand erreichen könnte. Dieser Befehl erfolgt vor der Veröffentlichung einer Dunkelfeldstudie, die Tausende aktiver und ehemaliger Soldatinnen nach ihren Erfahrungen mit sexualisiertem Fehlverhalten befragt hat. Erste Ergebnisse deuten auf strukturelle Missstände in Kasernen und Dienststellen hin, darunter sexistische Sprüche, entwürdigende Rituale und massive Gewalt. Mehr als 15 Prozent der befragten Frauen haben von ihren Erfahrungen berichtet. Das Verteidigungsministerium plant, gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Studie einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Fehlverhalten in der Bundeswehr vorzulegen. General Breuer mahnte in dem Tagesbefehl, dass sexualisiertes Fehlverhalten jeglicher Art in der Bundeswehr nicht toleriert werde und er auf die Haltung und das Verantwortungsgefühl der Soldaten zähle. Die steigende Zahl der Meldungen wird mit großer Sorge betrachtet.
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