Der Dokumentarfilm „Naza“, der Einblicke in die israelische Kriegsführung im Gazastreifen bietet und Aussagen von 24 anonymisierten israelischen Soldaten enthält, wird am 1. Oktober 2024 in über 50 Ländern gleichzeitig in die Kinos kommen und danach auf der Website des „Guardian“ frei zugänglich sein. Der Film zeigt den Einsatz von Drohnen, Big Data und künstlicher Intelligenz im Krieg und wirft Fragen nach der Brutalität der Kriegsführung auf. Die israelische Regierung wirft den Machern Landesverrat vor. Während linke Medien die Aufdeckung sensibler Informationen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Krieg hervorheben, betont rechtsgerichtete Berichterstattung die manipulative Natur des Films und die fehlende Transparenz der Quellen. Die Anonymisierung der Soldaten, die im Film zu Wort kommen, wird kritisiert, da sie eine Überprüfung der Aussagen erschwert und an das Werk von Claude Lanzmann erinnert, bei dem die Sprecher jedoch namentlich genannt wurden. Zwei der vier Macher von „Naza“ waren auch an dem Dokumentarfilm „No Other Land“ beteiligt, der 2024 bei der Berlinale prämiert wurde. Der Film verzichtet auf eine einseitige Parteinahme und präsentiert stattdessen eine nüchterne Darstellung der technischen Aspekte des Krieges. Parallel zu den Veröffentlichungen über „Naza“ kam es zu einem Messerangriff im Cockpit eines Flydubai-Flugs auf dem Weg nach Israel, bei dem ein Passagier und ein Besatzungsmitglied den Angreifer überwältigen konnten. Israelische Sicherheitskreise gehen von einem Einzeltäter aus, während die Regierung von einem vereitelten Terroranschlag spricht. Die Passagiere wurden nach der Notlandung in Saudi-Arabien mit einem Ersatzflugzeug nach Tel Aviv gebracht.
Unsere Lesart ist, dass der Film „Naza“ eine polarisierende Wirkung entfaltet, da er sowohl von linken Medien als kritische Auseinandersetzung mit dem Krieg gelobt als auch von rechtsgerichteten Medien als manipulative und intransparente Arbeit kritisiert wird. Die Anonymisierung der Soldaten wirft Fragen nach der Überprüfbarkeit der Aussagen auf und verstärkt die Kontroverse um den Film. Parallel dazu scheinen zwei separate Ereignisse, der Film und der Messerangriff im Flugzeug, in der öffentlichen Wahrnehmung miteinander verwoben zu sein, was die Komplexität der Berichterstattung erhöht.
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