Eine neue Studie zeigt, dass die im Januar 2024 gesenkte Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants kaum zu niedrigeren Preisen für Verbraucher geführt hat. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) analysierte die Preise von rund 180.000 Gerichten in über 12.000 Restaurants und stellte fest, dass 99 Prozent der Gerichte im Preis unverändert blieben. Tatsächlich stiegen die Preise im Durchschnitt sogar um 0,5 Prozent. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt, um die Bürger zu entlasten, doch diese Entlastung scheint nicht an die Verbraucher weitergegeben worden zu sein.
Die NGG führte die Analyse im Oktober 2023 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und März 2024 durch. Bei acht Prozent der Gerichte wurden Preiserhöhungen festgestellt, während bei etwa einem Prozent die Preise sanken. Guido Zeitler, Vorsitzender der NGG, kritisierte, dass die Mehrwertsteuersenkung nicht die gewünschte Wirkung gezeigt habe. Viele Gastronomen hatten bereits im Vorfeld angekündigt, die Steuersenkung primär nutzen zu wollen, um gestiegene Betriebskosten auszugleichen.
Zusätzlich ergab eine Befragung von über 2.100 Beschäftigten in der Hotellerie und Gastronomie, dass drei Viertel der Befragten sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen können und 79 Prozent von kurzfristigen Dienstplanänderungen berichten, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschweren. Die Gewerkschaft sieht darin einen Hinweis darauf, dass die Einsparungen aus der Mehrwertsteuersenkung nicht zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen genutzt wurden.
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