Krankenkassen müssen Versicherte nicht mehr über Beitragserhöhungen informieren – AOK warnt vor steigendem Krankenstand durch Attestpflicht
Politik
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14m ago

Krankenkassen müssen Versicherte nicht mehr über Beitragserhöhungen informieren – AOK warnt vor steigendem Krankenstand durch Attestpflicht

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Die Pflicht für gesetzliche Krankenkassen, Versicherte über steigende Zusatzbeiträge zu informieren, wurde gestrichen, was Verbraucherschützer kritisieren. Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, bezeichnete die Entscheidung als „Unding“ und forderte eine Korrektur durch die Bundesregierung. Die Streichung ist Teil eines Sparpakets der schwarz-roten Koalition, das Begründung für die Maßnahme ist die Entbürokratisierung und das Heben von Einsparpotenzialen. Versicherte müssen nun selbst auf mögliche Beitragserhöhungen achten, um ihr Sonderkündigungsrecht geltend zu machen, das bis zum Ende des Monats nach der Erhöhung gilt. Laut einer Umfrage sind 76 Prozent der Befragten nicht darüber informiert, dass die Kassen sie nicht mehr automatisch informieren werden. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt derzeit bei 3,1 Prozent, die Spanne reicht von 2,18 bis 4,39 Prozent.

Parallel dazu warnt die AOK Nordost, dass die ab dem 2. Juli 2026 geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag den Krankenstand erhöhen könnte. Interne Berechnungen der Kasse für Mecklenburg-Vorpommern deuten auf einen Anstieg von 7,5 auf 8,2 Prozent hin, was dem politischen Ziel widerspricht. Die AOK Nordost betont, dass das Problem eher bei Langzeiterkrankungen liegt, die rund 40 Prozent aller Krankentage ausmachen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert die Attestpflicht scharf und rechnet mit bis zu 30 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen.

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