US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle hat Berichten zufolge bei einem Abendessen in Athen angedeutet, dass die USA in Griechenland einen Regierungswechsel herbeiführen könnten. Die Äußerung fiel im März während einer Diskussion über die damalige Regierungskrise in Rumänien, wo Guilfoyle kurz darauf Politiker der regierenden PSD traf. Wenige Monate später zerbrach die rumänische Regierungskoalition. Der griechische Energieminister Stavros Papastavrou widersprach Guilfoyles Aussage, wonach die USA in der Lage seien, Regierungen nach Belieben zu stürzen. Guilfoyles Anwalt bestreitet die Darstellung des Gesprächs, die vom "Wall Street Journal" und der "Financial Times" berichtet wurde.
Die US-Botschafterin soll bei dem Abendessen in Athen gesagt haben: "Wir können das auch hier tun." Dies geschah im Zusammenhang mit der instabilen politischen Lage in Rumänien. Kurz nach dem Treffen in Athen reiste Guilfoyle nach Bukarest, wo sie sich mit Vertretern der PSD traf. Das rumänische Nachrichtenportal "G4Media" veröffentlichte Aufnahmen des Treffens. Im Mai verließ die PSD die Regierungskoalition und stimmte gemeinsam mit der rechtsextremen AUR für den Sturz des Ministerpräsidenten Ilie Bolojan.
Guilfoyle, die zuvor mit Gavin Newsom verheiratet war und derzeit mit Donald Trump Jr. verlobt ist, hat einen zweifelhaften Ruf. Die Äußerungen in Athen werfen Fragen nach ihrer diplomatischen Rolle und den Absichten der US-Regierung auf. Es bleibt unklar, inwieweit Guilfoyles Äußerungen die offizielle US-Politik widerspiegeln oder lediglich ihre persönliche Meinung darstellen.
Unsere Einschätzung ist, dass die Berichte über Guilfoyles Äußerungen in Athen und Bukarest eine mögliche Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten anderer Länder andeuten. Die Diskrepanz zwischen den Berichten und der Bestreitung durch ihren Anwalt verstärkt den Eindruck, dass die Situation komplex ist und die wahren Absichten unklar bleiben. Wir sehen in der Kombination aus Äußerungen und Treffen mit politischen Vertretern einen Hinweis darauf, dass Guilfoyle möglicherweise versucht hat, politische Entwicklungen in Griechenland und Rumänien zu beeinflussen.
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