Israelische Parlamentswahl: Netanjahus Schicksal und eine mögliche politische Zäsur
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28m ago

Israelische Parlamentswahl: Netanjahus Schicksal und eine mögliche politische Zäsur

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Image: Spiegel De

In Israel hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen, die erste seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg im Gazastreifen. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der 26. Knesset zu bestimmen. Die Wahl gilt als Schicksalswahl für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dessen Regierungskoalition in Umfragen hinter der Opposition zurückliegt. Gadi Eisenkot, der Spitzenkandidat der Mitte-Partei Jaschar, stellt die größte Herausforderung für Netanjahu dar. Es wird ein knappes Rennen erwartet, bei dem keine der beiden Seiten eine klare Mehrheit erreicht. Die arabischen Parteien könnten eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen, wobei die Möglichkeit einer Koalition mit ihnen von beiden Blöcken bislang ausgeschlossen wird. Die Wahl findet vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten und der Frage nach der Aufarbeitung des Hamas-Angriffs statt. Familien von Geiseln, die im Gazastreifen getötet wurden, forderten die Wähler auf, bei der Wahl die Verantwortung der Regierung zu berücksichtigen. Die Abriegelung des Westjordanlands wurde kurz vor der Wahl verhängt, was die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung weiter erschwert. Die Umfragen deuten darauf hin, dass etwa ein Drittel der 36 angetretenen Listen die Sperrklausel von 3,25 Prozent überwinden wird. Die offiziellen Ergebnisse werden voraussichtlich acht Tage nach der Wahl veröffentlicht, und der Präsident wird dann den Kandidaten mit der besten Regierungsbildungschance beauftragen.

Wo sie sich unterscheiden

  • Die linke Berichterstattung (taz, Standard) betont stärker die Kritik an Netanjahu und die Notwendigkeit einer Untersuchung zum 7. Oktober sowie die Situation der palästinensischen Bevölkerung.
  • Recht-leaning Medien (Bild, Welt, Handelsblatt) fokussieren stärker auf die Sicherheitslage und die Bedrohung durch den Iran, während sie Netanjahus harte Linie verteidigen.
  • Zentrale Medien (Zeit, Süddeutsche, Tagesschau, SRF) bieten eine ausgewogenere Darstellung der politischen Landschaft und konzentrieren sich auf die möglichen Koalitionsszenarien.
  • Einige Quellen (taz, SRF) beleuchten die Rolle der arabischen Parteien und deren potenzielle Bedeutung für die Regierungsbildung detaillierter.

Was noch nicht bekannt ist

  • Ob Netanjahu trotz möglicher Verluste imstande sein wird, eine Koalition zu bilden und an der Macht zu bleiben.
  • Wie sich die Wahl auf die Beziehungen Israels zu anderen Ländern, insbesondere zu den USA und dem Iran, auswirken wird.
  • Ob eine unabhängige Untersuchungskommission zum 7. Oktober eingerichtet wird und welche Ergebnisse diese liefern könnte.

Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung ist, dass diese Wahl eine kritische Phase für Israel darstellt, in der die Folgen des Angriffs vom 7. Oktober und des anschließenden Krieges im Gazastreifen die politische Landschaft prägen. Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin, bei dem Netanjahu möglicherweise Schwierigkeiten haben wird, eine Koalition zu bilden, und die Rolle der arabischen Parteien könnte entscheidend sein, obwohl beide Blöcke eine Zusammenarbeit ablehnen. Die unterschiedliche Berichterstattung der Medien deutet darauf hin, dass die Schwerpunkte auf Sicherheitsfragen, Kritik an Netanjahu oder einer ausgewogenen Darstellung der politischen Lage liegen.

Worauf zu achten ist

  • Die offiziellen Wahlergebnisse, die voraussichtlich acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden, könnten Aufschluss darüber geben, ob Netanjahu eine Mehrheit erringen kann oder nicht [Zentrale Wahlkommission, ab dem 23. April 2024].
  • Die Entscheidung des Präsidenten, welchen Kandidaten er mit der Regierungsbildung beauftragt, wird ein wichtiger Indikator für die politische Ausrichtung der zukünftigen Regierung sein [Präsidentenamt Israels, voraussichtlich ab dem 23. April 2024].
  • Ob eine unabhängige Untersuchungskommission zum 7. Oktober eingesetzt wird und wann die ersten Ergebnisse vorliegen, könnte die politische Debatte und die öffentliche Wahrnehmung maßgeblich beeinflussen [Israelische Regierung, Zeitpunkt ungewiss].
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