Das Welternährungsprogramm (WFP) hat seine Hilfe für den Gazastreifen um rund ein Drittel reduziert, wodurch etwa eine halbe Million Palästinenser keine Unterstützung mehr erhalten. Die Kürzung der Hilfe, die Lebensmittelpakete, Brot und Bargeld umfasst, erfolgt aufgrund von Finanzierungslücken, wie das WFP mitteilte. Seit Oktober 2025 versorgte die Organisation etwa 1,6 Millionen Menschen monatlich; ab diesem Monat werden nur noch 1,1 Millionen unterstützt, wobei die Lebensmittelrationen für diese um die Hälfte gekürzt wurden und warme Mahlzeiten seltener verteilt werden. Das WFP hatte bereits im März 2025 auf ausbleibende Finanzmittel hingewiesen und im vergangenen Jahr insgesamt 9,75 Milliarden Dollar erhalten, verglichen mit 1,57 Milliarden Dollar bis zum 24. März 2025. Laut WFP leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen unter akutem Hunger oder schlimmeren Bedingungen, obwohl die IPC-Initiative derzeit keine Hungersnot feststellt. Die israelische Behörde Cogat betont, dass die Hilfslieferungen den Ernährungsbedarf der Bevölkerung übersteigen und es keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen gibt. Gleichzeitig wird weltweit ein Anstieg der Zahl der hungernden Menschen verzeichnet, während wohlhabende Länder ihre Hilfe reduzieren. Die stellvertretende Leiterin des WFP erklärte im November, dass auch Deutschland eine Verantwortung für die Situation trägt.
Die Reduzierung der Hilfe erfolgt trotz der Waffenruhevereinbarung zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen. Die Organisation hatte seit Beginn der Waffenruhe im Oktober 2025 die Bevölkerung mit grundlegenden Lebensmitteln versorgt. Die Kürzung der Hilfsleistungen betrifft insbesondere die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Gazastreifen.
Es bleibt unklar, inwieweit die Finanzierungslücken durch politische Entscheidungen oder allgemeine wirtschaftliche Faktoren bedingt sind und welche langfristigen Auswirkungen die Reduzierung der Hilfe auf die Ernährungssicherheit im Gazastreifen haben wird.
Unsere Einschätzung ist, dass die Reduzierung der WFP-Hilfe im Gazastreifen eine besorgniserregende Entwicklung darstellt, die die bereits prekäre Ernährungssituation der Bevölkerung weiter verschärft. Obwohl die israelische Behörde Cogat die Angaben des WFP in Frage stellt, deuten die Kürzungen und der Rückgang der Finanzmittel darauf hin, dass die Hilfsbemühungen nicht ausreichend sind, um den Bedarf zu decken. Die unklaren Gründe für die Finanzierungslücken werfen Fragen nach der politischen und wirtschaftlichen Motivation hinter den Kürzungen auf.
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