Alberto Barbera, der Direktor des Venedig Filmfestivals, hat sich zu Bedenken bezüglich der diesjährigen Auswahl und breiteren Branchenproblemen geäußert. Die 83. Biennale wird durch eine deutliche Abwesenheit großer Hollywood-Studiofilme, einen Rückgang der weiblichen Vertretung im Wettbewerb und die aufkommende Auswirkung künstlicher Intelligenz auf die Filmproduktion gekennzeichnet.
Barbera erklärte, dass die reduzierte Präsenz großer Studios auf das derzeitige Klima von Streiks und wirtschaftlicher Unsicherheit innerhalb der Unterhaltungsindustrie zurückzuführen sei. Er bemerkte, dass viele amerikanische Unternehmen Kinostarts gegenüber Festivalvorführungen priorisieren. Dies habe zu einer Auswahl geführt, die zwar immer noch prominent besetzt ist, aber nicht mehr die übliche starke Unterstützung durch große Hollywood-Akteure genießt.
Der Direktor räumte auch einen "verzweifelten" Mangel an Frauen ein, die dieses Jahr um Auszeichnungen konkurrieren. Obwohl er keine spezifischen Gründe für das Ungleichgewicht nannte, betonte Barbera die Schwierigkeit, Geschlechterparität zu erreichen, angesichts der begrenzten Anzahl von Filmen, die berechtigt sind und anhand der etablierten Kriterien des Festivals ausgewählt wurden. Er sagte: "Es ist schwierig, Parität durchzusetzen, wenn man nicht genügend Filme hat, die von Frauen inszeniert wurden."
Abschließend ging Barbera auf die wachsende Rolle der KI im Kino ein und verwies insbesondere auf Luca Guadagninos kommenden Film 'Artificial', der dieses Jahr nicht in Lido präsentiert wird. Er gab an, dass das Festival noch damit kämpft, wie es Filme kategorisieren und bewerten soll, die mit künstlicher Intelligenz erheblich erstellt oder verändert wurden.
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