Das Venedig Filmfestival steht unter zunehmendem Druck, öffentlich zu dem israelisch-palästinensischen Konflikt Stellung zu beziehen, wobei ein offener Brief, unterzeichnet von prominenten Persönlichkeiten aus der Kunstwelt, konkrete Maßnahmen fordert.
Roger Waters, Mitbegründer von Pink Floyd, die Nobelpreisträgerin Annie Ernaux und die Regisseure Matteo Garrone und Isabel Coixet gehören zu den Unterzeichnern des Briefes, der von dem Kollektiv Venice4Palestine organisiert wurde. Der Brief, der einige Tage vor der Eröffnung des Festivals am 2. September veröffentlicht wurde, fordert die Biennale von Venedig und die audiovisuelle Industrie auf, Palästina zu unterstützen. Venice4Palestine hatte das Festival bereits im vergangenen Jahr dazu gedrängt, die humanitäre Krise in Gaza anzuerkennen, und eine öffentliche Demonstration abgehalten.
Die Forderungen des Kollektivs umfassen mehr Transparenz innerhalb der Filmindustrie und die Aussetzung von Vereinbarungen mit Organisationen, die mit der israelischen Regierung in Verbindung stehen. Sie fordern auch Schutzmaßnahmen für Fachleute, die sich von solchen Verbindungen distanzieren möchten. Dieser Aufruf zum Handeln erfolgt inmitten der internationalen Verurteilung der israelischen Aktionen in Gaza, die aus den Terroranschlägen der Hamas vom 7. Oktober 2023 und der Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland resultieren.
Das Venedig Filmfestival, das bei seinen Auswahlen einen unparteiischen Ansatz beibehält, hat keine offiziellen Kommentare zu dem Konflikt abgegeben. Es hat jedoch Filme gezeigt, die die Folgen israelischer Aktionen gegen Palästinenser darstellen, darunter *Die Stimme von Hind Rajab* von Kaouther Ben Hania, das im vergangenen Jahr die Ereignisse rund um die Tötung der sechsjährigen Hind Rajab und anderer rekonstruierte. Israel kündigte am 19. August an, eine strafrechtliche Untersuchung des Vorfalls einzuleiten.
Der Brief fordert auch, die palästinensische Flagge auf dem Festival zu hissen, um die Aufnahme von zwei palästinensischen Filmen in die offizielle Auswahl anzuerkennen: *Bürger Osama (Al Mowaten Osama)* von Ahmed Hassouna und *Gespräch mit dem Meer (Hiwar ma’ albahr)* von Muayad Alayan. Der Brief weist auch auf andere Filme hin, die von nicht-palästinensischen Regisseuren gedreht wurden und den Konflikt beleuchten.
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