US-Präsident Donald Trump hat seine „uneingeschränkte und vollständige“ Unterstützung für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bekundet und ihn öffentlich vor den bevorstehenden Knesset-Wahlen empfohlen. Diese Unterstützung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl Trump als auch Netanjahu mit potenziellen Wahlniederlagen konfrontiert sind und eine gemeinsame Strategie gegen den Iran verfolgen. Trump argumentierte, Netanjahu habe sich „stark, mutig und brillant“ erwiesen und seine Partnerschaft mit den USA im Umgang mit dem Iran sei entscheidend. Er deutete an, dass ein Regierungswechsel in Israel die US-amerikanische Strategie gegenüber dem Iran gefährden könnte.
Gleichzeitig fordern hochrangige Mitglieder der Trump-Regierung ein härteres Vorgehen gegen Siedlergewalt im besetzten Westjordanland. Botschafter Mike Huckabee verlangte lange Haftstrafen für die Angreifer auf die Journalistin Heidi Levine von der Washington Post, die bei ihrer Arbeit angegriffen wurde. Senator Marco Rubio forderte ebenfalls eine entschiedene Reaktion auf die Siedlergewalt. Die US-Regierung will laut Al Jazeera israelischen Vertretern ihre Erwartungen verdeutlichen, um weitere Vorfälle zu verhindern.
Die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Trump-Regierung verdeutlichen eine Spannung zwischen der Unterstützung für Netanjahu und der Forderung nach Einhaltung internationaler Standards und Menschenrechte im Westjordanland. Die Wahlempfehlung Trumps für Netanjahu scheint eng mit der gemeinsamen Haltung gegenüber dem Iran verbunden zu sein, während die Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen Siedlergewalt darauf hindeuten, dass die US-Regierung auch andere Aspekte der israelischen Politik nicht außer Acht lässt.
Unsere Lesart ist, dass Präsident Trump seine Unterstützung für Netanjahu primär aus strategischen Gründen bekundet, nämlich um eine gemeinsame Linie gegenüber dem Iran zu wahren. Die öffentliche Empfehlung scheint weniger eine ideologische Übereinstimmung als vielmehr eine taktische Entscheidung im Hinblick auf die geopolitische Lage zu sein. Gleichzeitig scheint es innerhalb der Trump-Administration unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit Siedlergewalt zu geben, was auf eine interne Spannung hindeutet.
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