Mehrere Schweizer Filmemacher entscheiden sich dafür, Filme auf Englisch zu drehen oder mit bedeutenden englischen Dialogen zu versehen, um ihr potenzielles Publikum zu erweitern und die Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern. Der Regisseur Tim Fehlbaum, bekannt für „5. September“, bereitet einen historischen Film vor, der in Berlin spielt und sowohl Deutsch als auch Englisch verwenden wird. Auch andere Schweizer Regisseure, darunter Ursula Meier und Michael Koch, setzen auf englischsprachige Projekte.
Auf der Venice Production Bridge diskutierten Fehlbaum, Meier und Koch den wachsenden Trend, Englisch in den Schweizer Film zu integrieren. Fehlbaum enthüllte, dass sein nächstes Projekt, ein historischer Film, der in Deutschland spielt, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gedreht wird, „da es auch eine amerikanische Perspektive darauf gibt“. Er erklärte, dass die Einbeziehung englischer Dialoge die Finanzierung vereinfachen könne, und sagte: „Indem man eine Figur zu einer Person macht, die kein Deutsch versteht, hat man plötzlich viel mehr Englisch und es ist viel einfacher, das Projekt zu finanzieren.“
Ursula Meier befindet sich derzeit in der Vorproduktion von „Quiet Land“, einem englischsprachigen Film, der in Montana spielt, aber in Alberta gedreht wird. Der Film wird mit Bill Murray und Léa Seydoux besetzt sein. Meier erklärte, dass das Drehen auf Englisch ihr ermögliche, „eine größere Geschichte zu erzählen“, da „alles in den USA größer ist“. Sie beschrieb auch die Herausforderung beim Schreiben des Drehbuchs, das ursprünglich auf Französisch verfasst und dann übersetzt wurde, und betonte die enge Einhaltung des Übersetzungsprozesses. Meier arbeitete zuvor mit Gillian Anderson an „Sisters“ zusammen und schätzt die Körperlichkeit, die amerikanische Schauspieler in ihre Rollen einbringen.
Michael Koch hat kürzlich „Erosion“ mit Peter Sarsgaard fertiggestellt, nachdem er mit Fehlbaum an „5. September“ zusammengearbeitet hatte. Koch betonte, dass seine Entscheidung, mit einem englischsprachigen Schauspieler zu arbeiten, eine „kreative Entscheidung“ sei und integraler Bestandteil des Konzepts des Films, der die Dynamik zwischen einem Ausländer und Schweizer Bauern beobachtet.
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