Der CEO von Ryanair, Michael O'Leary, hat sich dafür entschuldigt, konkurrierende Fluggesellschaften mit „Vergewaltigern“ verglichen zu haben – eine Aussage, die er zunächst nicht zurücknehmen wollte. O'Leary machte diese Äußerungen Anfang dieses Monats im Zusammenhang mit den niedrigen Preisen von Ryanair und bezeichnete die Konkurrenten als „Hochtarif-Vergewaltiger“. Das Dublin Rape Crisis Centre (DRCC) forderte daraufhin eine Entschuldigung und erklärte, dass die Wortwahl Überlebende sexueller Gewalt verletzte. O'Leary verteidigte seine Wortwahl zunächst mit der Behauptung, er würde Vergewaltigungen nicht trivialisieren, entschuldigte sich nun jedoch nach Gesprächen mit Familie und Freunden „aufrichtig und vorbehaltlos“. Er bezeichnete seine ursprüngliche Wortwahl als „leichtsinnig“ und versprach, dass dies nicht wieder vorkommen werde.
O'Learys erste Kommentare stießen auf Kritik von Politikern und Wohltätigkeitsorganisationen. Rachel Morrogh, CEO des DRCC, beschuldigte ihn, Schlagzeilen suchen zu wollen, und bot Schulungen zu den Auswirkungen sexueller Gewalt an. O'Leary hatte bereits zuvor ähnlich provokative Sprache verwendet; 2004 nannte er die Eigentümer des Flughafens Stansted während eines Streits über Flughafengebühren „eine Gruppe von überfordernden Vergewaltigern“ und wandte auch gegenüber Mitarbeitern und Passagieren eine harte Sprache an. Die Entschuldigung folgt auf eine zehntägige Debatte über die Angemessenheit seiner ersten Bemerkungen. Er gab an, erkannt zu haben, dass das verwendete Wort erhebliches Unbehagen und Beleidigung ausgelöst habe, insbesondere bei Opfern und Überlebenden sexueller Übergriffe.
Unterschiede in der Berichterstattung:
• GB News charakterisierte die Entschuldigung als „kriecherisch“ und betonte die wiederholte vorherige Weigerung, sich zu entschuldigen.
• Die BBC konzentrierte sich auf die ursprüngliche Kritik des Dublin Rape Crisis Centre und O'Learys erste Verteidigung seiner Wortwahl.
• GB News hob die Kritik von Politikern in Irland und Großbritannien hervor, während die BBC dies nicht tat.
Hintergrund:
• Michael O'Leary ist der CEO von Ryanair, einer Billigfluggesellschaft.
• Im Jahr 2004 bezeichnete O'Leary die Eigentümer des Flughafens Stansted während eines Streits über Flughafengebühren als „eine Gruppe von überfordernden Vergewaltigern“.
• Mehrere Ryanair-Flüge waren von Vorfällen betroffen, die die Sicherheit der Passagiere betrafen, darunter einer im Juli 2026, bei dem ein Passagier teilweise aus einem Fenster gesaugt wurde.
• Ryanair forderte die Entlassung des CEO des National Air Traffic Services nach Flugstörungen, die durch einen Softwarefehler im September 2026 verursacht wurden.
Unsere Einschätzung:
Unserer Einschätzung nach zeigt O'Learys ursprüngliche Verwendung provokativer Sprache, obwohl sie als nicht trivialisierend gegenüber sexueller Gewalt verteidigt wurde, ein Muster in der Verwendung inflammatorischer Rhetorik, um Publizität zu erzeugen und Kritik abzulenken. Die Entschuldigung, die nach einer Phase des Widerstands und nach privaten Gesprächen erfolgte, scheint eine kalkulierte Reaktion auf die weit verbreitete Verurteilung zu sein und weniger ein aufrichtiger Ausdruck von Reue. Die unterschiedliche Berichterstattung verdeutlicht, wie dasselbe Ereignis gerahmt werden kann, um entweder die Rechenschaftspflicht oder eine wahrgenommene Überreaktion auf die ursprüngliche Aussage zu betonen.
Worauf zu achten ist:
• Ob das Dublin Rape Crisis Centre die Entschuldigung von O'Leary annimmt und eine weitere Erklärung abgibt.
• Ob weitere Beschwerden über O'Learys Sprache eingereicht werden, was potenziell zu einer regulatorischen Prüfung durch die irische Luftfahrtbehörde (Irish Aviation Authority) oder die britische Zivilluftfahrtbehörde (UK Civil Aviation Authority) führen könnte.
• Zukünftige Statements von Ryanair bezüglich seiner PR-Strategie und des Kommunikationsstils seines CEOs.
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