Forscher unter der Leitung von V. Tretyachenko haben fast 14.000 Proteinvarianten in menschlichem Gewebe identifiziert und so das Verständnis des menschlichen funktionellen Proteoms erweitert. Die in *Nature* veröffentlichte Studie untersuchte proteogenomische Daten von 29 gesunden menschlichen Geweben und zeigte 13.910 zuverlässig lokalisierte Varianten, die 7.215 eindeutige Einzel-Aminosäure-Substitutionen zusammen mit den entsprechenden Referenzproteoformen darstellen.
Die Häufigkeit sowohl genetischer Varianten – einschließlich einzelner Nukleotidpolymorphismen (SNPs) und somatischer Mutationen – als auch fehlübersetzter Proteinvarianten korrelierte mit ihren Allelfrequenzen in der menschlichen Population. Die Forschung zeigt, dass nicht-genetische Substitutionen einen eigenständigen Weg zur Erkundung des Proteinsequenzraums bieten und die Beschränkungen des genetischen Codes umgehen. Experimentelle Validierung bestätigte diese nicht-genetischen Substitutionen an gereinigten Proteinen.
Die Analyse von aus Krebs stammenden Zelllinien ergab spezifische und wiederkehrende Muster nicht-genetischer Variation während der Aminosäureverarmung. Hunderte substituierter nicht-genetischer Proteoformen wurden konsistent in mehreren gesunden Personen gefunden oder den annotierten funktionellen Stellen von Proteinen zugeordnet. Die Forscher vermuten, dass diese Substitutionen eine neue Klasse funktioneller Protein-Phänotypvarianten darstellen, was darauf hindeutet, dass nicht-genetische Aminosäuresubstitutionen das funktionelle Proteom erheblich erweitern.
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