Eine weltweite Umfrage unter Physikern zeigt einen Mangel an Konsens bei Schlüsselfragen der Kosmologie und Quantenphysik. Niayesh Afshordi von der University of Waterloo und dem Perimeter Institute leitete die Studie, die keine Mehrheit für das Standard-kosmologische Modell oder eine einzelne Theorie der Quantengravitation fand.
Die größte globale Umfrage unter Physikern, die jemals durchgeführt wurde, hat überraschend wenig Übereinstimmung bei einigen der größten Rätsel des Universums gezeigt. Die Forscher stellten fest, dass selbst das Standardmodell der Kosmologie, bekannt als ΛCDM (Lambda Cold Dark Matter), nicht die Unterstützung der Mehrheit der Befragten gewinnen konnte. Dieses Ergebnis könnte mit den jüngsten Erkenntnissen des Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) zusammenhängen, die darauf hindeuten, dass sich dunkle Energie im Laufe der Zeit verändern könnte, eine Möglichkeit, die im Widerspruch zur Annahme des Standardmodells einer konstanten dunklen Energie steht.
„Das auffälligste Ergebnis ist, wie wenige der ‚Standardantworten‘ in der Grundlagenphysik überwältigende Unterstützung genießen, wobei die meisten nicht die Mehrheit erreichen. Der interessante Punkt ist nicht, dass Physiker verwirrt sind. Es ist, dass die Grenze wirklich lebendig ist“, sagt Niayesh Afshordi, Associate Faculty Member am Perimeter Institute und Professor an der University of Waterloo. Afshordi leitete die Studie zusammen mit Co-Autor Phil Harper und der Zeitschrift Physics der American Physical Society.
Obwohl die Meinungsverschiedenheiten weit verbreitet waren, erzielten zwei Themen eine Mehrheitszustimmung. 68 Prozent der befragten Physiker gaben an, dass der Urknall nicht unbedingt den Beginn der Zeit darstellt, sondern die Entwicklung des Universums aus einem extrem heißen und dichten Zustand beschreibt. 51 Prozent stimmten zu, dass das frühe Universum eine Phase schneller Expansion erlebte, die als kosmische Inflation bekannt ist.
Im Hinblick auf dunkle Materie waren die Antworten besonders geteilt. Nur 17 % bevorzugten die Idee, dass dunkle Materie aus unentdeckten Teilchen mit geringer Masse besteht, während 12 % Modifikationen der Gravitationstheorie unterstützten. Die größte Gruppe, 21 %, bevorzugte eine Kombination aus vorgeschlagenen Erklärungen.
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