Die französische Regierung hat angekündigt, über 3000 Vertretungslehrer an Schulen mit akutem Lehrermangel einzusetzen, darunter 114 Gymnasien der Kategorie „Rot“ und 400 der Kategorie „Orange“. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf anhaltende Schülerproteste, die sich für besser ausgestattete Schulen, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen einsetzen. Parallel dazu wird ein Polizist wegen „gewaltsamer Verstümmelung“ eines 14-jährigen Jungen angeklagt, der bei einem Polizeieinsatz schwere Verletzungen erlitt, der Vorfall umfasste den Einsatz von Tränengas, das dem Jungen den Kiefer zertrümmerte. Weitere Vorfälle im Zusammenhang mit den Protesten umfassen Brandstiftung an einem Gymnasium in Poitiers, Vandalismus in einer Kantine in Saint-Étienne, einen Angriff auf einen Schulleiter in Toulouse und Verletzungen eines stellvertretenden Schulleiters in Saint-Chamond durch Feuerwerkskörper. Das Innenministerium meldete insgesamt 504 Festnahmen und 48 verletzte Polizisten bei Demonstrationen, an denen am Donnerstag 71.500 Menschen teilnahmen, davon 24.500 in Paris. Menschenrechtsaktivisten kritisieren das Vorgehen der Polizei als unnötig gewaltsam und warnen vor einem Vertrauensverlust in den Staat. Ein bestimmter Typ von Blendgranate soll künftig nicht mehr eingesetzt werden, nachdem bereits über 6600 überwiegend junge Menschen im Zuge der Proteste festgenommen wurden. Die Regierung kündigte zudem zusätzliche Neueinstellungen und Änderungen am Haushalt 2027 an, um einige der Schülerforderungen zu erfüllen.
Unsere Einschätzung ist, dass die Regierung versucht, durch den Einsatz von Vertretungslehrern und zukünftige Haushaltsanpassungen den Druck der Schülerproteste zu mindern, während gleichzeitig schwerwiegende Vorwürfe der Polizeigewalt erhoben werden. Die unterschiedliche Gewichtung der Berichterstattung in *tagesanzeiger_ch* und *welt_de* deutet darauf hin, dass die Wahrnehmung der Eskalation und der damit verbundenen Risiken für das Vertrauen in den Staat unterschiedlich ist. Die Ankündigung, bestimmte Blendgranaten nicht mehr einzusetzen, lässt auf eine gewisse Sensibilisierung der Regierung für die Kritik an den Polizeimethoden schließen, doch die tatsächliche Wirkung dieser Maßnahmen bleibt unklar.
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