Ein kürzlich von der NASA aufgenommenes Satellitenbild zeigt am 29. August große offene Wasserflächen in weniger als 64 Kilometern Entfernung vom Nordpol. Experten führen dieses Phänomen auf das zunehmend spröde arktische Meereis zurück, das durch die globale Erwärmung verursacht wird. Julienne Stroeve, Professorin für Polare Beobachtung und Modellierung am University College London, beschrieb die Flächen als „ziemlich auffällig“, merkte aber an, dass dies nicht das erste Mal ist, dass offenes Wasser in der Nähe des Nordpols beobachtet wurde. Sie glaubt jedoch, dass das Ausmaß des offenen Wassers beispiellos ist. Im Jahr 2016 waren auch der zentrale Arktische Ozean und Regionen nördlich von 80 Grad Breite Anfang September stark fragmentiert. Zachary Labe, ein Klimawissenschaftler bei [Climate Central], erklärte, dass das Ende des Sommers typischerweise zu stärker fragmentiertem Meereis und zunehmendem offenem Wasser führt. Lokale Wetterbedingungen und Meeresströmungen können die Größe dieser Lücken schnell verändern, wobei starke Winde Eisschollen entweder komprimieren oder trennen können. Er beobachtete, dass Satellitenbilder der letzten zwei Wochen dramatische Veränderungen in der Menge und Lage des offenen Wassers zeigen. Obwohl die derzeitige Ausdehnung des arktischen Meereises im Vergleich zu Rekordjahren nicht außergewöhnlich gering ist, stellte Stroeve fest, dass das Eis jetzt stärker diffundiert ist, was es anfällig für schnelle Veränderungen macht. Winde könnten das Eis komprimieren, was zu einer plötzlichen Verringerung der Gesamtfläche führen würde. Labe betonte, dass es keine bestimmte Entfernung vom Nordpol gibt, an der offenes Wasser normalerweise aufhören sollte, da sich die arktischen Bedingungen jährlich ändern. Das Sommer-Meereis ist jedoch in den letzten Jahren dünner und zerbrechlicher geworden und erreicht konsequent den Nordpol näher als in der Vergangenheit. Er präzisierte, dass das Bild eher eine „beunruhigende Momentaufnahme“ der aktuellen Situation darstellt als Beweise für sich verschlechternde Bedingungen in diesem Jahr.
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