Oldenburger Fest eröffnet mit dem Dokumentarfilm ‘Seltsame Nachbarn’
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1h ago

Oldenburger Fest eröffnet mit dem Dokumentarfilm ‘Seltsame Nachbarn’

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Das Internationale Filmfestival Oldenburg wird mit ‘Seltsame Nachbarn’ von Mi Steinbach eröffnet, einem Naturdokumentarfilm, der auf einer deutschen Elbeinsel gedreht wurde. Es ist das erste Mal, dass ein Dokumentarfilm das Festival eröffnet.

‘Seltsame Nachbarn’, das Regiedebüt der Kamerfrau Mi Steinbach, wurde über drei Jahre auf dem Schwarztonnensand gedreht, einer etwa 3,2 Kilometer langen Insel und einem Naturschutzgebiet in der Mitte einer der verkehrsreichsten Wasserstraßen Europas. Die Insel entstand in den späten 1960er Jahren aus Sand, der bei der Vertiefung der Elbe für den Hamburger Hafen ausgebaggert wurde, und wurde dann der natürlichen Wiederbewachsung überlassen. Es handelt sich um ein Schutzgebiet, in dem Menschen verboten sind, eine Einschränkung, die Steinbach auch auf ihren Film überträgt; es gibt keine menschlichen Protagonisten, Erzählungen oder Interviews.

Robert Nacken schuf den Soundtrack und das Sounddesign des Films. Laut Steinbach war es nie ihre Absicht, einen Naturfilm zu machen, sondern „einen Film, der nicht nur etwas über das Verhalten von Tieren oder über die Tiere erzählt, sondern etwas über diesen Ort und vor allem über uns, über Menschen.“

Die Insel beherbergt vielfältige Lebensräume, darunter Gezeitenwald – ein Landschaftstyp, der in Europa weitgehend verschwunden ist – sowie Weißstörche, Gänse, Rehe, bodenbrütende Vögel, Füchse und Waschbären. Die umliegende Region ist stark industrialisiert, einschließlich Fabriken von Dow und Airbus, und verfügt über eine großflächige Landwirtschaft, die jährlich zu Sauerstoffmangel und Fischsterben führt. Steinbach drehte den Dokumentarfilm selbst und blieb oft wochenlang in einer auf Stelzen gebauten Holzhütte, um sich vor den Gezeiten zu schützen.

‘Seltsame Nachbarn’ wurde von Earth Cut Filmproduktion produziert und von Film- und Medienstiftung NRW finanziert. Steinbach sucht einen Vertriebsagenten und einen Kinodistributor, in der Hoffnung, dass die Oldenburger Premiere Interesse weckt. Sie sagt: „Dieser Film wurde für Kinos gemacht.“ Steinbach wird das Festival besuchen, das vom 16. bis 20. September stattfindet.

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