Eine neue Dokumentation, “Pete Townshend: Behind Blue Eyes”, unter der Regie von Frank Marshall und Nigel Sinclair, untersucht das Leben und den kreativen Prozess des Gitarristen von The Who, Pete Townshend. Der Film verwendet bisher unveröffentlichtes Archivmaterial, darunter 16-mm-Filme aus dem Jahr 1972 und Homevideos, um Townshends künstlerische Entwicklung zu erforschen.
Die Dokumentation hebt Townshends charakteristischen Performance-Stil – ein großes kreisförmiges Windrad-Zupfen – als Ausdruck der „destruktiven Wut“ hervor, die auch Bands wie Led Zeppelin und die Punk-Bewegung beflügelte. Während der Film diese energiegeladene Seite von Townshend zeigt, konzentriert er sich hauptsächlich auf seine „gequälte, melancholische und poetische Seite“, insbesondere seine Arbeit an der Rockoper „Tommy“, die als fast ebenso bahnbrechend wie „Sgt. Pepper“ der Beatles beschrieben wird. Der Film untersucht, wie „Tommy“ um Townshends Kindheitstrauma und seine Ambition aufgebaut wurde, eine bekennender und großartigere Form der Rockmusik zu schaffen.
Townshend wird als ein Mod dargestellt, der sich zu einem Rockintellektuellen entwickelte, der nachdenklich blieb und gleichzeitig eine „düstere Dramaqueen“-Persönlichkeit zeigte. Er wollte Rockmusik als Kunstform etablieren, inspiriert von Avantgarde-Klassikern, die Klaviere zerstörten, eine Idee, die er während seines Kunststudiums kennengelernt hatte. The Who begann als lokaler Publikumsmagnet in Westlondon, und ein Clip aus dem Jahr 1965, in dem die Band „I Can’t Explain“ aufführt, ist im Film enthalten.
Bemerkenswert ist, dass die Dokumentation die Diskussion über The Whos einflussreichen Song „My Generation“ auslässt, obwohl dessen Bedeutung für die Punk-Bewegung unbestreitbar ist. Der Film räumt den Einfluss von The Who auf den Punk und Townshends Versuch ein, sich mit Johnny Rotten zu vernetzen, erwähnt aber nicht das Lied, das diesen Einfluss am besten veranschaulicht. Der Film stellt außerdem fest, dass Keith Moon, der Schlagzeuger von The Who, an einer Drogenüberdosis starb – insbesondere Chlormethiazol, einem Beruhigungsmittel, das zur Behandlung von Alkoholentzugserscheinungen verschrieben wurde.
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