Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte vor der UN-Generalversammlung das Vorgehen seines Landes gegen die Hisbollah, die Hamas und den Iran. Zahlreiche Delegierte verließen den Saal vor Beginn seiner Rede als Zeichen des Protests, während andere applaudierten. Netanjahu reagierte mit scharfer Kritik an den ausscheidenden Delegierten und bezeichnete sie als „moralische Feiglinge“. Er verteidigte zudem die israelischen Angriffe auf iranische Atomanlagen und griff New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani scharf an, den er des Antisemitismus beschuldigte. Die Rede fand vor dem Hintergrund internationaler Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen und der bevorstehenden Parlamentswahl in Israel statt. Berichten zufolge soll Israel vor dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 durch die Emirate gewarnt worden sein.
Netanjahu argumentierte, Israel verteidige viele der Länder, deren Vertreter den Saal verlassen hätten, und betonte, dass Israel „keine andere Wahl“ habe, als zu gewinnen. Er wies Vorwürfe des Kolonialismus zurück und betonte, es gehe um die Existenz eines jüdischen Staates. Er griff Großbritannien und Frankreich wegen ihrer kolonialen Vergangenheit an. Die Vorwürfe des Völkermords im Gazastreifen bezeichnete er als „größte Lüge des Jahrhunderts“ und behauptete, Israel habe einen Völkermord verhindert.
Palästinenserpräsident Abbas hatte zuvor in seiner Ansprache Israels Politik als existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk verurteilt. Er sprach per Videobotschaft, da ihm und anderen palästinensischen Vertretern die Einreise in die USA verweigert wurde. Die Rede Netanjahus richtete sich auch an das israelische Publikum, da am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt wird. Umfragen deuten darauf hin, dass es für Netanjahus Lager schwierig werden könnte, eine Mehrheit zu sichern.
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