Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, General Alexus Grynkewich, und der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, Carsten Breuer, haben in einem Interview die Vorbereitung der Allianz auf mögliche Konflikte mit Russland erörtert. Grynkewich betonte, dass die militärischen Fähigkeiten der NATO denen Russlands bei Weitem überlegen seien. Parallel dazu hat die Ukraine nach eigenen Angaben sechs russische Su-34-Kampfbomber auf einem Militärflugplatz in der Region Woronesch getroffen, vier davon wurden zerstört und zwei beschädigt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Flugzeuge seien mit Fliegerbomben beladen und für neue Angriffe auf die Ukraine vorbereitet gewesen. Der Angriff erfolgte mit einem ukrainischen „Neptun“-Marschflugkörper.
Selenskyj kündigte zudem weitere Langstreckenangriffe auf russischem Territorium an, darunter auf einen Standort in der Region Orjol, der zur Lagerung und zum Start von Angriffsdrohnen genutzt werde, sowie ein Ziel im Schwarzen Meer. Er bezeichnete diese Angriffe als „gerechtfertigte Antworten“ auf Russlands Terror gegen die Ukraine und betonte, dass die Langstreckenoperationen fortgesetzt würden, solange Russland den Krieg hinauszögere. Die ukrainische Marine gab an, dass bei dem Angriff auf den Militärflugplatz Borissoglebsk neben den Flugzeugen auch Ausrüstungsgegenstände zur Unterstützung des Flugbetriebs getroffen wurden. Es gab Berichte über Feuer und Folgeexplosionen, die jedoch von unabhängiger Seite nicht bestätigt wurden.
Russische Behörden haben den Angriff auf den Militärflugplatz bisher nicht bestätigt. Der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, erklärte, die russische Luftabwehr habe 33 Drohnen sowie mehrere „jetgetriebene Luftziele“ abgefangen, während herabfallende Trümmer Nebengebäude mehrerer Privathäuser und ein Auto in Woronesch beschädigt hätten.
Unsere Lesart ist, dass die NATO ihre militärische Überlegenheit gegenüber Russland betont, während die Ukraine ihre Fähigkeit demonstriert, tiefer in russisches Territorium vorzudringen und militärische Einrichtungen anzugreifen. Die ukrainischen Angriffe werden als direkte Reaktion auf russische Aktionen dargestellt und sollen den Krieg verlängern, solange Russland nicht nachgibt. Die fehlende Bestätigung durch russische Behörden deutet auf eine mögliche Informationskontrolle oder Unterschätzung der Schäden hin.
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