Regierungen und Förderstellen in mehreren Ländern führen strengere Strafen für Forscher ein, die sich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, da die Fälle von Fehlverhalten weltweit zunehmen. Diese Maßnahmen umfassen finanzielle Strafen, Einschränkungen bei der Vergabe von Zuschüssen und Anpassungen der institutionellen Rankings.
Diese Reformen werden ergriffen, da Fehlverhalten in der Forschung weltweit zunimmt. Eine Prüfung im Mai ergab, dass die Rate gefälschter Zitate in biomedizinischen Arbeiten im Jahr 2025 um das 12-fache höher war als im Jahr 2023. Eine separate Analyse von 33.000 Krebsstudien identifizierte bei etwa 12 % davon verdächtige Aktivitäten von „Paper Mills“.
Historisch gesehen war die Bekämpfung von Fehlverhalten in der Forschung eine „Bottom-up“-Anstrengung, die sich auf Rücknahmen von Fachzeitschriften, Universitätsuntersuchungen und unabhängige Organisationen wie [Retraction Watch] stützte. Eine wachsende Bewegung, insbesondere in Ländern mit sich entwickelnden Forschungssystemen, verschiebt sich jedoch hin zu einem „Top-down“-Ansatz. Förderer und Regierungen schränken zunehmend den Zugang zu Zuschüssen und Möglichkeiten für Wissenschaftler ein, die eines Verstoßes gegen die Integrität beschuldigt werden, einschließlich Fragen wie Plagiaten, Datenfälschung, Bildmanipulation und Betrug bei der Begutachtung.
Elisabeth Bik, eine unabhängige Beraterin für Forschungsintegrität mit Sitz im Raum San Francisco, Kalifornien, unterstützt die Umsetzung dieser Strafen. „Um Fehlverhalten zu bekämpfen, braucht es eine Art Sanktion“, sagt sie. „Wenn es keine Gefahr gäbe, ein Ticket zu bekommen, würden wir alle zu schnell fahren. In der Wissenschaft herrscht ein starker Wettbewerb, und wenn diejenigen, die betrügen, bessere Arbeiten erhalten, warum sollte man nicht selbst betrügen? Wir müssen sehen, dass dieses Auto angehalten wird, um andere zu warnen.“ Bik erklärt, dass Universitäten oft zögern, ihre eigenen Forscher zu bestrafen, da sie sich um Reputationsschäden sorgen und feststellt: „Universitäten sind nicht gut darin, Menschen zur Rechenschaft zu ziehen. Dies muss von Institutionen mit Zähnen geschehen.“
Die Anusandhan National Research Foundation (АНРФ), einer der größten Forschungsförderer Indiens, führte im Mai neue Regeln ein, die von Zuschussbewerbern die Offenlegung jeglicher vorheriger Fälle von zurückgezogenen Arbeiten verlangen.
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