Wissenschaftler des University College London (UCL) haben erfolgreich kurze Videos aus der Gehirnaktivität von Mäusen rekonstruiert und bieten so eine neue Methode zum Verständnis der Verarbeitung visueller Informationen im Gehirn. Die in *eLife* veröffentlichte Forschung konzentrierte sich auf Signale von Neuronen in der visuellen Rinde und zielt darauf ab, zu enthüllen, wie das Gehirn visuelle Eingaben in Wahrnehmung umwandelt.
Das Team, angeführt von Dr. Joel Bauer vom Sainsbury Wellcome Centre am UCL, verwendete ein dynamisches neuronales Kodierungsmodell, um vorherzusagen, wie einzelne Neuronen reagieren würden, während Mäuse Filme ansahen. Dieses Modell berücksichtigte auch die Bewegungen der Tiere und Veränderungen im Pupillendurchmesser. Durch die Verfeinerung dieses bestehenden Modells mit ihrem eigenen Datensatz konnten die Forscher hochqualitative Videorekonstruktionen erstellen.
Dr. Bauer erläuterte die Motivation hinter der Studie: „Wir wollten eine bessere Möglichkeit finden, zu untersuchen, wie das Gehirn interpretiert, was wir sehen. Die aktuellen Methoden, um zu verstehen, was bestimmte Neuronengruppen darstellen, sind nicht sehr gut auf Situationen übertragbar, die nicht speziell getestet wurden. Wir wollten also eine Methode entwickeln, die erfassen kann, was im Gehirn dargestellt wird, und dies mit der Realität vergleichen kann.“
Die Forscher sind besonders daran interessiert, die Unterschiede zwischen dem physischen visuellen Input und der Art und Weise, wie das Gehirn ihn darstellt, zu identifizieren, in der Hoffnung, welche visuellen Merkmale das Gehirn betont, verändert oder herausfiltert. Diese Arbeit baut auf früheren Forschungen auf, bei denen Wissenschaftler fMRI verwendeten, um visuelle Informationen aus menschlichen Gehirnen zu rekonstruieren, nutzt aber Einzelzellmessungen von Mäusen für ein detaillierteres Verständnis.
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