Ein Team von Mathematikern unter der Leitung von Eric Harshbarger und Robert Ford hat einen Satz von fünf 60-seitigen Würfeln entwickelt, die eine vollkommen faire Spielreihenfolge für jede Anzahl von Spielern gewährleisten sollen. Das Projekt, das um 2010 durch eine Frage des Spieleentwicklers James Ernest angestoßen wurde, dauerte 15 Jahre bis zur Fertigstellung.
Ernest stellte die Herausforderung auf einer Spielekonvention: Könnte ein Satz von Würfeln so gestaltet werden, dass jeder Spieler, unabhängig von der Gruppengröße, die gleiche Chance hat, als Erster an der Reihe zu sein? Harshbarger, ein Mathematiker an der Auburn University in Alabama, hatte zunächst keine Antwort, aber die Frage blieb bestehen. Er und seine Mitarbeiter arbeiteten daran, das sogenannte Problem der 'Erste-Würfel' zu lösen.
Die Lösung ist ein Satz von fünf 60-seitigen Würfeln (Hexecontaedern), die mit den Zahlen 1 bis 300 versehen sind, ohne Wiederholungen. „Das Einfache ist, Gleichstände zu vermeiden; man setzt einfach unterschiedliche Zahlen auf alle Würfel“, sagte Harshbarger gegenüber [Live Science]. „Das Problem besteht darin, wie man diese unterschiedlichen Zahlen auf die Würfel verteilt, so dass die Wahrscheinlichkeit nicht nur für das gesamte Set, sondern auch für jede Teilmenge gleich ist.“ Die Würfel müssen ihre Fairness unabhängig von der Anzahl der teilnehmenden Spieler bewahren.
Harshbarger und Robert Ford, ein Mathematiker am Dalton State College, lösten das Problem zunächst für drei Spieler mit Standard-Sechsseitigen Würfeln. Später erweiterten sie die Lösung auf vier Spieler mit Zwölfseitigen Würfeln, die Harshbarger 2012 auf mathematischen Konferenzen präsentierte und die zu Medienaufmerksamkeit und Anfragen nach handgefertigten Sets führten. Fünf riesige Holzrepliken der 60-seitigen Würfel sind nun dauerhaft im neuen Mathematikgebäude der Auburn University ausgestellt.
Originale Berichterstattung lesen
💬 Kommentare
📜 Kommentar-Richtlinie