Libyen hat den Leiter der US-Vertretung einbestellt, nachdem der US-Präsident Donald Trump Libyen als Teil einer Gruppe von "Dreckslochländern" bezeichnet hatte. Die libysche Regierung verurteilte Trumps Äußerungen als beleidigend und wies Versuche zurück, Libyen in den US-Wahlkampf einzubeziehen. Sowohl die Regierung im Westen als auch die rivalisierende Führung im Osten des Landes kritisierten die Aussagen. Trump ruderte später auf seiner Online-Plattform Truth Social zurück und betonte die Beziehungen der USA zu Libyen, lobte das libysche Volk und würdigte dessen Kampf gegen den IS. Er forderte jedoch gleichzeitig, dass Libyen nicht länger als Korridor für illegale Migration dienen dürfe. Die Äußerungen Trumps erinnern an seine früheren rassistischen und abwertenden Kommentare über Länder wie Haiti und Somalia, die er 2018 ebenfalls als "Dreckslöcher" bezeichnete und Ende 2025 Migranten aus Somalia als "Müll" abwertete.
Unsere Einschätzung ist, dass die libysche Regierung durch die Einbestellung des US-Vertreters ein starkes Signal der Ablehnung gegen Trumps Äußerungen sendet, selbst angesichts der Bemühungen um Schadensbegrenzung durch den Präsidenten. Die Kritik von beiden rivalisierenden libyschen Führungen unterstreicht die allgemeine Empörung und die Gefahr, die solche Kommentare für die Beziehungen der USA zu Libyen darstellen. Trumps nachträgliche Betonung der Beziehungen und sein Lob für das libysche Volk wirken wie ein Versuch, den Schaden zu begrenzen, werden aber durch seine gleichzeitige Forderung nach einer restriktiveren Migrationspolitik untergraben.
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