Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Ermittlungen gegen Steffen Krach, den Spitzenkandidaten der SPD für die anstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, aufgenommen. Durchsuchungen fanden in Krachs Wohnung in Berlin-Schöneberg, im SPD-Hauptquartier in Berlin-Wedding sowie in seinen ehemaligen Büroräumen in Hannover statt. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen im Umfeld eines Krankenhauses in Lehrte, wobei es um die mögliche Annahme einer Spende im Gegenzug für die Unterstützung bei einem Bieterverfahren geht. Krach weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont seine Kooperationsbereitschaft mit den Behörden.
Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu konkreten Details der Vorwürfe geäußert. Berichten zufolge geht es um eine Spende eines Trägers im Gesundheitswesen an Krach während seiner Amtszeit als Regionspräsident von Hannover (2021-2023), um dessen Unterstützung bei einem öffentlichen Auftrag zu erhalten. Im Mai wurden bereits die Geschäftsräume des betreffenden Anbieters durchsucht. Krach ist derzeit von seiner Tätigkeit als Regionspräsident beurlaubt, um sich auf den Wahlkampf in Berlin zu konzentrieren, wo er gemeinsam mit Bettina König den Landesparteivorsitz übernommen hat.
Umfragen sehen die SPD in Berlin derzeit hinter CDU, Linken, Grünen und AfD. In einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap liegt die SPD mit 11 Prozent auf Platz fünf. Krach war von 2014 bis 2021 Staatssekretär für Wissenschaft in Berlin und kennt die politische Landschaft der Hauptstadt gut. Die Vorwürfe fallen mitten in den Wahlkampf, der am 20. September stattfindet.
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