Neue Beobachtungen des James-Webb-Teleskops zeigen, dass sich die Ringe um Chariklo, ein kleines Objekt zwischen Saturn und Uranus, schneller verändern als bisher angenommen. Forscher unter der Leitung von Pablo Santos-Sanz vom Institut für Astrophysik von Andalusien (IAA-CSIC) entdeckten, dass der innere Ring undurchsichtiger geworden ist, während der äußere Ring in nur wenigen Jahren durchsichtiger geworden ist.
Die Entdeckung, veröffentlicht in *Science Advances*, stellt den ersten Beweis für Veränderungen im Ringsystem von Chariklo innerhalb weniger Jahre dar. Die Beobachtungen wurden am 18. Oktober 2022 mit einer Technik namens Sternbedeckung durchgeführt, bei der Chariklo vor einem fernen Stern vorbeizog und dessen Licht kurz blockierte. Durch die Analyse der Helligkeitsabfälle konnten die Wissenschaftler die Ringe untersuchen.
„Durch den Vergleich der JWST-Beobachtungen mit denen, die während anderer Sternbedeckungen im letzten Jahrzehnt gewonnen wurden, stellten wir gegensätzliche Veränderungen in den beiden Ringen fest: Während der innere Ring eine deutlich höhere Undurchsichtigkeit aufweist, zeigt der äußere Ring eine geringere Undurchsichtigkeit“, erklärt Pablo Santos-Sanz, ein Forscher am IAA-CSIC, der die Studie leitet. Dies deutet darauf hin, dass die Ringe dynamisch sind und von physikalischen Prozessen beeinflusst werden, die noch nicht vollständig verstanden sind.
Diese Beobachtung war auch eine Premiere für das James-Webb-Teleskop und stellte die erste erfolgreiche Vorhersage und Beobachtung einer Sternbedeckung mit dem Teleskop dar. Die Beobachtung erforderte präzise Berechnungen und Durchführung.
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