Historische Kunst enthüllt unerwartete wissenschaftliche Erkenntnisse
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8h ago

Historische Kunst enthüllt unerwartete wissenschaftliche Erkenntnisse

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Image: Science News

Gemälde aus dem 17. Jahrhundert liefern Forschern ökologische Hinweise und offenbaren Beobachtungen, die Künstler Jahrhunderte vor der formalen wissenschaftlichen Dokumentation gemacht haben. Jan Brueghel des Älteren malte 1611 „Luft“, das eine Fledermaus zeigt, die einen Singvogel frisst – ein Verhalten, das erst Anfang der 2000er Jahre offiziell beobachtet wurde.

Der Ökologe Pedro Romero-Vidal von der Biologischen Station Doñana in Sevilla, Spanien, entdeckte die Darstellung der Fledermaus „völlig unerwartet“. Das Gemälde zeigt eine große Breitohrfledermaus (Nyctalus lasiopterus), die einen Vogel trägt, ein Verhalten, von dem Romero-Vidal glaubt, dass der Künstler es bei Besuchen im italienischen Lebensraum der Fledermaus beobachtet haben könnte. Wissenschaftler bestätigten dieses Verhalten durch Kotanalysen Anfang der 2000er Jahre und durch direkte Beobachtung im Jahr 2025.

Romero-Vidal und seine Kollegen analysieren derzeit über 1.500 historische Gemälde auf Darstellungen von Tieren, die aus fernen Ländern stammen, wie Affen und Papageien, um ökologische Einblicke in deren historische Verbreitung zu gewinnen. Das wiederholte Auftreten dieser Tiere deutet darauf hin, dass Künstler Kenntnisse darüber hatten, entweder durch Menagerien oder durch Erzählungen aus zweiter Hand.

Andere Künstler, wie Maria Sibylla Merian, dokumentierten aktiv ökologische Beziehungen in detaillierten Stillleben im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert. Die Kunsthistorikerin Anna Knaap vom Museum of Fine Arts in Boston weist darauf hin, dass Merian „die Insekten mit der Wirtspflanze kombinierte“, eine Praxis, die zuvor nicht aufgezeichnet wurde. Merians Werk beeinflusste Carl von Linné, der als Vater der modernen Taxonomie gilt, und Knaap beschreibt sie als „eine Wissenschaftlerin ihrer Zeit voraus“.

Im Jahr 2025 beherbergte das Museum of Fine Arts in Boston eine Ausstellung von Werken von Rachel Ruysch, einer weiteren Künstlerin des 17. und 18. Jahrhunderts. Vorbereitend darauf arbeiteten Knaap und der Historiker Christopher Atkins mit Forschern zusammen, um den potenziellen wissenschaftlichen Wert der Gemälde zu untersuchen.

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