Sahra Wagenknechts Partei, das BSW, könnte in Sachsen-Anhalt zum Zünglein an der Waage werden, nachdem sie bei der Landtagswahl unerwartet stark abgeschnitten hat. Recherchen des SPIEGEL legen nahe, dass das BSW im Wahlkampf Unterstützung von fragwürdigen Vereinen erhalten hat, wobei 3600 Stimmen besonders auffallen. Ohne den Erfolg des BSW hätte die AfD möglicherweise eine knappe Mehrheit im Landtag verhindert. Die FAZ betont, dass Wagenknecht nun vor einem Dilemma steht: Sie muss die Wut auf die etablierten Parteien aufrechterhalten, gleichzeitig aber Kompromisse eingehen, um eine Regierung zu bilden. Fünf Abgeordnete des BSW – Claudia Wittig, Thomas Schulze, John Lucas Dittrich, Margitta Kriebel und Michael Reim – werden maßgeblich darüber entscheiden, ob ein AfD-Kandidat zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Wittig und Schulze haben im Wahlkampf signalisiert, dass sie eine direkte Wahl von AfD-Mann Ulrich Siegmund ablehnen, aber im dritten Wahlgang enthalten bleiben könnten. Dittrich bezeichnet die Brandmauerpolitik gegenüber der AfD als „obskur“. Kriebel und Reim sind bisher kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Die FAZ weist darauf hin, dass Wagenknecht es im Gegensatz zu Thüringen und Brandenburg geschafft hat, die Partei in Sachsen-Anhalt zu stabilisieren. Die Unterstützung durch die Vereine wirft Fragen nach deren Motiven und Einfluss auf das BSW auf. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Konstellation im Landtag auswirken wird und ob Wagenknecht in der Lage sein wird, ihre Wählerbasis zu halten und gleichzeitig eine konstruktive Rolle in der Regierung zu spielen.
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