Deutschland wurde mit klarer Mehrheit erneut Mitglied des UN-Menschenrechtsrats für die Jahre 2027 bis 2029 gewählt. Bei der Abstimmung in der UN-Generalversammlung in New York erhielt die Bundesrepublik 163 Stimmen. Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte an, dass Deutschland seine Mitgliedschaft nutzen werde, um den Menschenrechtsrat zu stärken und den weltweiten Schutz der Menschenrechte zu verbessern. Dies ist bereits die sechste Amtszeit Deutschlands in dem Gremium, das aus 47 Staaten besteht. Neben Deutschland wurde Irland aus derselben Regionalgruppe ebenfalls gewählt, ebenso wie die Ukraine, Brasilien, Burundi, die Dominikanische Republik, Ghana, Japan und Kuwait. Die Bundesregierung will sich im Rat insbesondere für die Zivilgesellschaft, Menschenrechtsverteidiger und Journalisten einsetzen und Reformen anstreben, um die Effektivität des Gremiums zu erhöhen. Wadephul betonte, dass Freiheit und Rechtsstaatlichkeit Leitlinien seiner Agenda seien und dass kein Mensch für die Forderung nach diesen Werten bestraft werden dürfe. Zudem solle sichergestellt werden, dass jedes Kind, unabhängig vom Geschlecht, Zugang zu Bildung habe. Die Menschenrechte seien die Grundlage für ein Leben in Würde. Deutschland wird dem in Genf ansässigen UN-Menschenrechtsrat für drei Jahre angehören. Bei der Wahl der 15 Sitze gab es in keiner der fünf Regionalgruppen mehr Bewerber als verfügbare Plätze.
Unsere Einschätzung ist, dass Deutschland mit dieser Wiederwahl seine internationale Rolle im Bereich der Menschenrechte stärken möchte. Die Betonung auf die Stärkung des Rates und die Verbesserung des weltweiten Schutzes der Menschenrechte deutet darauf hin, dass die Bundesregierung aktiv an der Gestaltung der Menschenrechtspolitik mitwirken will. Die angekündigten Schwerpunkte auf Zivilgesellschaft, Menschenrechtsverteidiger und Journalisten sowie die Forderung nach Reformen lassen auf einen konstruktiven Ansatz schließen, der darauf abzielt, die Effektivität des Gremiums zu erhöhen.
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