Die neueste Pisa-Studie zeigt, dass deutsche Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften so schlechte Ergebnisse erzielen wie nie zuvor. Die Kompetenzwerte sind nicht nur niedriger als in der ersten Pisa-Studie aus dem Jahr 2000, sondern auch unter dem OECD-Durchschnitt, obwohl auch in anderen OECD-Staaten ein Negativtrend zu beobachten ist. Die Studie, die 6.700 Schülerinnen und Schüler in Deutschland umfasste, zeigt, dass ein Viertel der Jugendlichen in Naturwissenschaften und ein Drittel in Lesen und Mathematik grundlegende Kompetenzen fehlen. Gleichzeitig ist der Anteil der leistungsstärkeren Schüler gesunken. Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München betont, dass Deutschland zwar nicht dramatisch abgehängt ist, aber seinem Anspruch als Bildungsnation nicht gerecht wird. Die Ergebnisse bestätigen einen seit dem Jahr 2015 andauernden Abwärtstrend, wobei sich der Leistungsabstand zwischen Schülern aus unterschiedlichen sozioökonomischen Schichten vergrößert hat. Laut der Studie haben 52 Prozent der teilnehmenden Schulen mit Lehrkräftemangel zu kämpfen. Deutsche Schüler zeigen sich zwar neugieriger und fleißiger als der OECD-Durchschnitt, sind aber auch häufiger von Ablenkungen und Genervtheit betroffen. Die Studienmacher sehen frühkindliche Bildung und eine datengestützte Unterrichtsentwicklung als wichtige Rezepte zur Verbesserung der Situation. Es bleibt offen, inwieweit die aktuellen Ergebnisse einen erneuten "Pisa-Schock" auslösen werden, wie er nach der ersten Studie im Jahr 2000 zu umfassenden Bildungsreformen geführt hatte.
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