Der Meeresbiologe Jérôme Mallefet und seine Kollegen haben Biolumineszenz bei riesigen Seespinnen vor der Küste des südöstlichen Australien dokumentiert. Die Spinnen, insbesondere *Colossendeis tasmanica* und *C. minor*, geben ein Leuchten von ihren Beinen ab, möglicherweise aufgrund biolumineszenter Organismen in ihrer Ernährung.
Während einer Expedition im Jahr 2017 an Bord der [RV Investigator] testete Mallefet über 25.000 Exemplare aus Tiefen von bis zu fast 5.000 Metern. Er stellte fest, dass 76 Prozent der Tiefseekreaturen ihr eigenes Licht produzieren, ein Merkmal, das auf 540 Millionen Jahre zurückgeht. Während *Colossendeis tasmanica* zunächst ein schwaches Licht erzeugte, ließen die Spinnen durch Zugabe von Kaliumchlorid bis zu 10 Minuten lang leuchten.
Die Entdeckung bestätigt spärliche historische Beschreibungen leuchtender Seespinnen, darunter eine von vor über einem Jahrhundert, die die Kreaturen als "wie ein Stern" mit einem blauen Schimmer beschreibt. Das Leuchten befindet sich hauptsächlich auf der Unterseite der Spinnenbeine in der Nähe ihrer Verdauungstraktes, was die Forscher zu der Vermutung veranlasst, dass das Licht von aufgenommenen Organismen wie Seeanemonen stammt.
Zusätzlich zur Biolumineszenz fluoreszierten alle drei untersuchten Seespinnenarten – *C. tasmanica*, *C. minor* und eine weitere nicht biolumineszente Art – auch unter ultraviolettem und blauem Licht grün. Mallefet vermutet, dass die Biolumineszenz dazu dienen kann, Partner anzulocken oder den Spinnen zu helfen, Beute auf dem Meeresboden zu finden, indem sie mit einem nadelartigen Anhängsel auf sie stürzen, um Gewebe zu verflüssigen und zu verzehren. Weitere Forschung, einschließlich Tiefseevideos, ist erforderlich, um diese Hypothesen zu bestätigen.
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