Der Debüt-Langfilm der brasilianischen Filmemacher Victor Di Marco und Márcio Picoli, „London“, stellt konventionelle Darstellungen von Behinderung im Film in Frage. Der Film konzentriert sich auf London, einen jungen Erwachsenen mit Behinderung, der als Dominant in einem Fetischhaus arbeitet, und seine Betrachtung eines neuen diagnostischen Bildgebungstests.
Die Filmemacher begannen vor Jahren mit der Entwicklung des Drehbuchs und waren frustriert über die Art und Weise, wie Behinderung oft im Kino dargestellt wird – als etwas, das „repariert“ werden muss, oder als eine Form der Bestrafung. Sie wollten eine Figur schaffen, die ihre Behinderung positiv betrachtet und ihren Körper ohne Angst, auf ein klinisches Etikett reduziert zu werden, verstehen möchte. Laut Picoli ist „London“ eine direkte Reaktion auf die gesellschaftliche Tendenz, Menschen mit Behinderung als Körper zu sehen, die repariert werden müssen, ein Thema, das im Mittelpunkt ihrer früheren Arbeit steht.
Di Marco, der auch die Titelrolle spielt, erklärt, dass sie untersuchen wollten, „ob wir eine filmische Sprache entwickeln könnten, die sich um die Betrachtung von Behinderung als eine besondere Art von Intelligenz und Existenz dreht“. Er fügt hinzu, dass er eine körperliche Sprache auf der Leinwand schaffen wollte, die eine einzigartige Intelligenz und Lebensweise zeigt, die für seinen Körper spezifisch ist.
Der Film hat Vergleiche mit dem Werk von David Cronenberg gezogen, was Picoli und Di Marco als eine „Ehre“ betrachten. Picoli merkt an, dass „London“ in gewisser Weise als ein „Anti-Cronenberg“ betrachtet werden kann, da die Figur Objekte neu verwendet und Anpassung erforscht. Di Marco erläutert, dass er auch ein klassisches Melodram mit einem Protagonisten mit Behinderung schaffen wollte, im Gegensatz zu Cronenbergs Fokus auf Körper, die zerlegt und für die Zukunft neu gedacht werden. „London betrachtet den behinderten Körper in der Gegenwart“, sagt er.
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