Archäologen in Dänemark haben einen bemerkenswert gut erhaltenen Holzklappstuhl aus der Zeit um 1400 v. Chr. ausgegraben. Der Stuhl, der in dem Grab eines Häuptlings gefunden wurde, ist das einzige vollständig erhaltene Exemplar seiner Art aus der Bronzezeit in Europa.
Der Guldhøj-Klappstuhl wurde 1891 bei der Ausgrabung eines Grabhügels namens Guldhøj (Goldener Hügel) in Süd-Jütland entdeckt. Das Grab enthielt einen Mann, der in einem ausgehöhlten Eichenbaumstamm beigesetzt und in Rinderhaut eingewickelt war. Er trug einen Wollmantel, der mit einer Bronzefibel befestigt war, zwei Wollmützen, Wollhandschuhe und Lederschuhe. Zu den Grabbeigaben gehörten eine Bronzeaxt, ein Bronzdolch, zwei kunstvolle Holzschalen und eine Holzkiste.
Das Gestell des Stuhls besteht aus Eschenholz, wobei der Sitz ursprünglich aus Otterfell gefertigt war – von dem jedoch nur Fragmente erhalten sind. Das Holzgestell weist eingekerbte Muster auf, die mit einer teerähnlichen Substanz eingelegt sind und geometrische Verzierungen bilden. Forscher, darunter die Archäologin Kirsten Prangsgaard, stellten in einer Studie von 1999 fest, dass der Stuhl aus zwei Holzrahmen besteht, die jeweils etwa 33 Zentimeter hoch sind. Bei einer Montage in einem Winkel von 45 Grad wäre der Stuhl etwa 24 Zentimeter hoch gewesen.
Der Stuhl war ursprünglich mit Bronzenägeln zusammengehalten und diente wahrscheinlich als Statussymbol und wurde bei Ritualen oder Zeremonien verwendet, so das Nationalmuseum Dänemark. Ähnliche Klappstühle wurden im alten Ägypten und Griechenland gefunden, aber der Guldhøj-Stuhl ist einzigartig, da er das einzige vollständig erhaltene Holzexemplar aus der Bronzezeit in Europa ist. Auch Teile von Stühlen wurden in anderen Häuptlingsgräbern in Dänemark und Norddeutschland gefunden, und ein Metallklappstuhl wurde in einem frühmittelalterlichen Frauengrab in Deutschland entdeckt.
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