Die weltweite Artenvielfalt schwindet dramatisch, wie ein aktueller WWF-Bericht zeigt, der einen Rückgang der Tierpopulationen um durchschnittlich 73 Prozent zwischen 1970 und 2022 aufzeigt. Besonders betroffen sind Süßwasserlebensräume mit einem Minus von 85 Prozent. Im Rahmen der UN-Naturkonferenz in Jerewan beraten derzeit Vertreter aus rund 200 Ländern über die Umsetzung des 2022 in Montreal beschlossenen „Globalen Biodiversitätsrahmens“ (GBR). Dieser sieht vor, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land-, Wasser- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen und mindestens 200 Milliarden Dollar jährlich für den Naturschutz bereitzustellen. Zudem sollen umweltschädliche Subventionen um mindestens 500 Milliarden US-Dollar jährlich reduziert werden.
In Deutschland wird aktuell über die Einrichtung eines zweiten Nationalparks in Nordrhein-Westfalen diskutiert. Der Landkreis Siegen-Wittgenstein prüft die Bewerbung für einen Nationalpark im Rothaarkamm, der sich aufgrund seines Landesbesitzes und seiner ökologischen Wertigkeit gut eignen würde. Ähnliche Vorhaben waren in der Vergangenheit bereits gescheitert. Laut Klaudia Witte, Biologie-Professorin und Vorsitzende des Nabu Siegen-Wittgenstein, lägen in dem geplanten Gebiet bereits kleinere Wildnisentwicklungsgebiete sowie Naturschutzgebiete.
Die Umsetzung der GBR-Ziele kommt jedoch nur langsam voran. UN-Generalsekretär António Guterres hob im Vorfeld der Konferenz positiv hervor, dass fast 90 Prozent der Mitgliedsstaaten nationale Biodiversitätsstrategien und -aktionspläne entwickelt haben, jedoch besteht eine deutliche Umsetzungslücke. Die Konferenz in Jerewan dient dazu, die Fortschritte zu bilanzieren und die notwendigen Anstrengungen für die kommenden Jahre zu koordinieren.
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