Ada Yonath, eine israelische Strukturbiologin, ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Sie war die erste Wissenschaftlerin, die die Struktur des Ribosoms bestimmte, eines Komplexes, der für die Proteinproduktion in lebenden Zellen entscheidend ist. Ihre Arbeit, die das Überwinden erheblicher technologischer Hürden beinhaltete, brachte ihr einen Teil des Nobelpreises für Chemie im Jahr 2009 ein.
Geboren als Ada Lifshitz in Jerusalem in einer verarmten orthodox-jüdischen Familie, erlebte Yonath finanzielle Schwierigkeiten nach dem Tod ihres Vaters, als sie 11 Jahre alt war. Trotz dieser Herausforderungen setzte sie ihre Ausbildung fort, absolvierte Beit Hakerem und schloss ihre Studien an der Hebräischen Universität Jerusalem ab. Sie erwarb ihren Doktortitel in Strukturbiologie am Weizmann-Institut für Wissenschaft in Tel Aviv, wobei sie sich auf das Protein Kollagen konzentrierte.
Nach Postdoktorandenarbeit am Mellon Institute in Pittsburgh, Pennsylvania, und am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge kehrte Yonath 1970 an das Weizmann-Institut zurück. Dort gründete sie Israels erstes Labor für biologische Kristallographie. Zunächst studierte sie einzelne Proteine, verlagerte dann ihren Fokus auf das Ribosom, eine Aufgabe, die mit der bestehenden Technologie als „unmöglich“ galt. Die Größe des Ribosoms – bestehend aus Hunderttausenden von Atomen – und das Fehlen seiner Kristallisation stellten große Hindernisse dar.
Yonaths Forschung untersuchte, wie Antibiotika an bakterielle Ribosomen binden, und enthüllte Wirkmechanismen und Antibiotikaresistenz. Diese Arbeit eröffnete auch Wege zur Entwicklung neuer Medikamente. Sie arbeitete am Max-Planck-Institut für Molekulargenetik in Westdeutschland, um ihre Forschung voranzutreiben.
Yonath war die vierte von acht Frauen, die den Nobelpreis für Chemie gewannen, und die erste seit Dorothy Crowfoot Hodgkin vor 45 Jahren. Sie sagte bekannt: „Ich bin eine Wissenschaftlerin, nicht männlich oder weiblich. Eine Wissenschaftlerin.“
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