Inka Engler und Brigitte Reich leben seit 25 Jahren in einem alternativen Wohnprojekt auf dem Rittergut Jahnishausen in Sachsen, um der Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken. Engler, 85, initiierte das Projekt, nachdem sie sah, wie einsam ihre Mutter in ihren letzten Lebensjahren wurde. Die Bewohner des Guts erwerben Genossenschaftsanteile und beteiligen sich an der Instandhaltung des Anwesens, was ihnen ein Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft gibt. Reich, 78, schloss sich dem Projekt an, um ein Leben abseits traditioneller Rollenbilder zu führen und in einer Wohngemeinschaft mit anderen Frauen zu leben.
Zeitgleich feiert Deutschland das 50-jährige Bestehen von Frauenhäusern. Tomi Tomek, eine der ersten Mitarbeiterinnen des ersten deutschen Frauenhauses, das 1976 in Berlin gegründet wurde, berichtet, dass Männergewalt gegen Frauen damals weit verbreitet, aber wenig offen diskutiert wurde. Das erste Frauenhaus wurde in einer Villa in Grunewald untergebracht und bot Frauen und ihren Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt. Die Initiative entstand aus der Erkenntnis, dass Gewalt gegen Frauen in allen Gesellschaftsschichten vorkommt, auch in politisch einflussreichen Familien. Das Frauenhaus war selbstverwaltet und wurde von einer starken Hausmutter geleitet, Christa Winterfeld. Die Gründungsmitglieder betonten die Bedeutung von Sicherheit, Solidarität und Mut für die Frauen, die Hilfe suchten.
Unsere Lesart ist, dass der Artikel zwei scheinbar unterschiedliche Initiativen, ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für ältere Menschen und die Geschichte der deutschen Frauenhäuser, nebeneinanderstellt, um die Bedeutung von Gemeinschaft und Sicherheit im Leben von Frauen hervorzuheben. Beide Projekte scheinen aus dem Wunsch heraus entstanden zu sein, den Einzelnen vor Isolation und Gewalt zu schützen und ein unterstützendes Umfeld zu schaffen. Es ist bemerkenswert, dass beide Initiativen auf Selbstverwaltung und dem Engagement der Beteiligten basieren.
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