Ukraine-Krieg: US-Thinktank widerspricht Putins Angaben zu Geländegewinnen, während Russland Angriffe verstärkt
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1h ago

Ukraine-Krieg: US-Thinktank widerspricht Putins Angaben zu Geländegewinnen, während Russland Angriffe verstärkt

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Image: Spiegel De

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die vollständige Eroberung des Donbass in weniger als anderthalb Jahren angekündigt, doch das Institute for the Study of War (ISW) widerspricht dieser Behauptung. Laut ISW hat Russland im September mehr Gelände in der Ukraine verloren als gewonnen, rund 81 Quadratkilometer. Putin behauptete, russische Streitkräfte hätten im September über 1300 Quadratkilometer erobert. Diese Diskrepanz wird vom ISW als „Halluzinationen“ bezeichnet, wobei unklar ist, ob Putin sich der falschen Zahlen bewusst ist oder ob eine Kultur des Lügens in der russischen Militärführung vorherrscht. Parallel zu diesen Angaben verstärkt Russland die Angriffe auf ukrainische Städte, insbesondere Kiew, Charkiw und Odessa, mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Putin zu einem Ende des Krieges aufgefordert und Gespräche unter der Bedingung angeboten, dass die Waffen schweigen. Merz betonte, dass Deutschland die Ukraine weiterhin unterstützen wird, und kündigte die Lieferung von Abwehrdrohnen und die Förderung der Produktion von Waffen mit größerer Reichweite an. Gleichzeitig hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein neues Sicherheitsinstrument zur Reaktion auf hybride Attacken aus Russland vorgeschlagen, da Russland vermehrt auf Drohnenangriffe und Sabotageakte in Europa zurückgreift. In Lettland hat die regierende Partei die Parlamentswahl klar gewonnen, was den pro-ukrainischen Kurs des Landes bestätigt.

Wo sie sich unterscheiden

  • Die linke Berichterstattung (Spiegel Online, Tagesanzeiger) betont die russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur und die Gefahr eines eskalierenden Konflikts, während die rechte Berichterstattung (FAZ, Handelsblatt) stärker auf die Notwendigkeit der Unterstützung der Ukraine und die russische Kriegsstrategie fokussiert.
  • Der SRF und die NZZ konzentrieren sich auf die lettische Wahl und die pro-ukrainische Ausrichtung des Landes, während andere Quellen diesen Aspekt weniger hervorheben.
  • Die FAZ betont die strategische Bedeutung Deutschlands für die Unterstützung der Ukraine und die vermeintliche Erwartung Putins, dass Deutschland am ehesten nachgibt, während andere Quellen dies nicht explizit erwähnen.
  • ntv.de berichtet detaillierter über Merz' Besuch in Kiew und die konkreten Zusagen Deutschlands, während andere Quellen dies nur kurz erwähnen.

Was noch nicht bekannt ist

  • Es ist unklar, inwieweit Putin sich der Diskrepanz zwischen seinen Angaben und der tatsächlichen Lage an der Front bewusst ist.
  • Die langfristigen Auswirkungen des neuen europäischen Sicherheitsmechanismus zur Reaktion auf hybride Attacken sind noch nicht absehbar.
  • Es bleibt offen, ob die verstärkte militärische Unterstützung der Ukraine durch Deutschland und andere Länder ausreichen wird, um den Krieg zu beenden.

Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung ist, dass die Diskrepanz zwischen Putins Behauptungen über Geländegewinne und den Erkenntnissen des ISW ein Muster von Desinformation oder zumindest einer verzerrten Realitätswahrnehmung innerhalb der russischen Führung nahelegt. Die parallele Intensivierung der Angriffe auf ukrainische Städte deutet darauf hin, dass Russland trotz der militärischen Herausforderungen weiterhin versucht, Druck auszuüben und Ziele zu erreichen. Die deutsche Unterstützung für die Ukraine, einschließlich der Lieferung von Waffen und der Förderung der Produktion, sowie die vorgeschlagene EU-Initiative zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen, unterstreichen die wachsende Besorgnis über die russische Aggression und die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion.

Worauf zu achten ist

  • Ob die russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur in den kommenden Wochen zunehmen und zu einer weiteren Eskalation des Konflikts führen, lässt sich an der Häufigkeit und Intensität der Berichterstattung über solche Vorfälle feststellen [verschiedene Nachrichtenagenturen].
  • Die tatsächliche Umsetzung des neuen EU-Sicherheitsinstruments und seine Wirksamkeit bei der Abwehr hybrider Attacken werden sich in den kommenden Monaten zeigen [EU-Kommissionswebsite].
  • Die konkreten Ergebnisse von Merz’ Besuch in Kiew und die tatsächliche Lieferung der zugesagten Waffen können in den offiziellen Verlautbarungen der deutschen und ukrainischen Regierungen verfolgt werden [Bundesregierung, ukrainische Regierung].
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