Geplante Gespräche zwischen Iran und Oman über die Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wurden verschoben, was zu steigenden Ölpreisen führt. Die Meerenge, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, ist zu einem zentralen Konfliktpunkt zwischen dem Iran und den USA geworden. Teheran hatte den Schiffsverkehr kurz nach Beginn israelisch-amerikanischer Luftangriffe Ende Februar durch Minen und Gebührenforderungen eingeschränkt. Obwohl Mitte Juni ein Rahmenabkommen zur Wiedereröffnung der Meerenge unterzeichnet wurde, eskalierte die Lage erneut, da der Iran befürchtete, die Kontrolle über die wichtige Wasserstraße zu verlieren. Die Gespräche in Oman sollten einen Mechanismus zur Regelung des Schiffsverkehrs erarbeiten, wobei der Iran die Beendigung der US-Seeblockade iranischer Frachter forderte. Die Verschiebung des Treffens wurde von Oman als im "Interesse des Konsenses" begründet, während iranische Quellen auf den Wunsch einiger regionaler Länder hinwiesen. Saudi-Arabien soll Bedenken hinsichtlich eines neuen Status quo in der Straße von Hormus geäußert haben, und auch die Vereinigten Arabischen Emirate reduzierten ihre Teilnahme auf einen Staatssekretär. Parallel dazu wurde eine saudische Ölpipeline nach Drohnenangriffen stillgelegt, was die Ölpreise weiter in die Höhe trieb. Experten schätzen, dass die Störung der Straße von Hormus kurzfristig sein dürfte, doch langfristig sind alternative Exportwege über Oman oder Jemen erforderlich. Die Zahl der täglichen Schiffsüberquerungen der Straße von Hormus ist bereits auf eine einstellige Zahl gesunken.
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