Die Sozialdemokraten unter Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson sind bei der Parlamentswahl in Schweden voraussichtlich die stärkste Kraft geworden, mit 28,4 Prozent der Stimmen laut dem schwedischen Sender SVT. Dennoch ist unklar, ob dies für die Regierungsbildung ausreicht. Nachwahlbefragungen deuten auf ein knappes Rennen zwischen dem linken und rechten Lager hin: Die vier linken Oppositionsparteien erreichten demnach 51,3 Prozent der Stimmen, während das rechte Lager etwa 47 Prozent erhielt. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten haben offenbar erstmals seit 2010 an Zustimmung verloren.
Rund acht Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Der amtierende Regierungschef Ulf Kristersson führt derzeit eine Minderheitsregierung, die auf die Unterstützung der Schwedendemokraten angewiesen ist. Er hatte angedeutet, dass die Schwedendemokraten im Falle eines Wahlsiegs Teil einer zukünftigen Regierung werden könnten, was in Schweden neu wäre. Im Wahlkampf ging es unter anderem um Kriminalität, Einwanderung und die Frage, ob die Rechtspopulisten Teil der Regierung werden könnten.
Die Linke setzt sich für höhere Steuern für Banken und Spitzenverdiener ein, um in Gesundheit und Bildung zu investieren und einkommensschwächere Haushalte zu entlasten. Wahlforscher Torbjörn Sjöström beschrieb den Populismus der Schwedendemokraten als „gemäßigter, aber provokant“. Die bisherige Koalition von Kristersson regierte in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Rechtspopulisten. Jimmie Åkesson, der Vorsitzende der Schwedendemokraten, hatte erklärt, seine Partei habe die Chance gehabt, Verantwortung zu übernehmen und diese auch genutzt.
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