Schweden wählt am Sonntag ein neues Parlament, wobei die Entscheidung zwischen links und rechts denkbar knapp ausfallen könnte. Nach vier Jahren unter sozialdemokratischer Führung liegt die rechte Koalition, angeführt von Ulf Kristersson und unterstützt von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten, nur noch 3,2 Prozentpunkte hinter dem rot-grünen Block. Die Wahl wird besonders brisant, da die Schwedendemokraten nun erstmals die Möglichkeit haben, eigene Minister zu stellen, nachdem sie bereits 2022 als Mehrheitsbeschaffer fungierten. Während die Tidö-Regierung (Konservative, Liberale und Christdemokraten) mit dem Ziel antrat, die Bandenkriminalität zu bekämpfen und die Migrationspolitik zu verschärfen, hat die Opposition, angeführt von Magdalena Andersson, im Wahlkampf versucht, mit Versprechen zur Arbeitslosigkeit, dem Gesundheitssystem und den Lebenshaltungskosten zu punkten. Die Zahl der Morde durch organisierte Kriminalität ist während der Amtszeit der Tidö-Regierung zurückgegangen, was Kriminologen jedoch eher auf verbesserte Polizeiarbeit als auf härtere Strafen zurückführen. Ein Konsens herrscht weitgehend darüber, dass kriminelle Ausländer ausgewiesen werden sollten und Schweden nicht zu seiner früheren großzügigen Aufnahmepolitik zurückkehren sollte. Allerdings haben die Gesetzesänderungen in der Migrationspolitik auch dazu geführt, dass viele integrierte und arbeitende Menschen plötzlich ihre Aufenthaltserlaubnis verlieren könnten. Die Linkspartei und die Sozialdemokraten sind sich uneins über eine mögliche Regierungsbeteiligung, was die Regierungsbildung nach der Wahl zusätzlich erschweren könnte. Die Schwedendemokraten hatten bei der Wahl 2022 bereits erhebliche Gewinne erzielt und die konservative Minderheitsregierung als Mehrheitsbeschaffer unterstützt.
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