Lebenslange Haftstrafe für Mann wegen Versklavung jesidischer Mädchen
Politik
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59d ago

Lebenslange Haftstrafe für Mann wegen Versklavung jesidischer Mädchen

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Ein irakisches Ehepaar wurde vom Oberlandesgericht München wegen des Versklavens und Missbrauchens zweier Jesidinnen verurteilt. Twana H. erhielt eine lebenslange Haftstrafe, während seine ehemalige Frau, Asia R., mit einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten davonkam. Das Gericht sah die Taten als Teil eines umfassenderen Völkermords an der jesidischen Bevölkerung durch den IS an.

Das Gericht stellte fest, dass Twana H. und Asia R. die beiden Frauen im Irak gefangen nahmen und nach Deutschland brachten, wo sie versklavten und sexuell missbrauchten. Die Jesidinnen wurden gezwungen, Hausarbeiten zu verrichten und waren dem Ehepaar vollständig unterworfen. Laut den Urteilsbegründungen handelte es sich bei den Taten um Verbrechen gegen die Menschlichkeit und einen Angriff auf die Menschenwürde der Opfer.

Die Verurteilung von Twana H. als Haupttäter erfolgte aufgrund des Nachweises seiner zentralen Rolle bei der Versklavung und dem Missbrauch der Frauen. Asia R. wurde als Mittäterin verurteilt, wobei das Gericht mildernde Umstände wie ihr Alter und ihre mögliche Beeinflussbarkeit durch ihren Ehemann berücksichtigte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe für Asia R. gefordert, argumentierte jedoch, dass die Jugendstrafe angesichts der Gesamtumstände angemessen sei. Die Verteidigung von Asia R. hatte hingegen auf eine geringere Strafe plädiert und betont, dass sie selbst Opfer häuslicher Gewalt gewesen sei.

Der Prozess war Teil einer Reihe von Verfahren in Deutschland gegen IS-Kämpfer und ihre Helfer, die an Verbrechen gegen die jesidische Bevölkerung beteiligt waren. Die Jesiden wurden vom IS als „ungläubig“ verfolgt und systematisch ermordet, versklavt oder vertrieben. Es bleibt offen, wie viele weitere Fälle von Versklavung und Missbrauch durch IS-Anhänger in Deutschland noch aufgedeckt werden können.

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