Das Umfrageinstitut Wedgewood Polls hat eingeräumt, den Großteil seiner veröffentlichten Meinungsumfragen vor den US-Zwischenwahlen am 3. November gefälscht zu haben. Die gefälschten Daten wurden von mehreren Medien, darunter die „New York Times“ und „USA Today“, sowie von Umfrageaggregatoren wie Nate Silver übernommen, bevor die Manipulation aufgedeckt wurde. Wedgewood Polls behauptet, es habe sich um ein „experimentelles Projekt“ gehandelt, um zu testen, wie leicht es sei, Medien und Kommentatoren zu täuschen, ohne die Daten zu überprüfen. Die Motivation hinter den gefälschten Umfragen könnte darin bestanden haben, die Siegeschancen der Republikaner in Schlüsselwahlen zu erhöhen. Bereits im August war ein anderes Unternehmen, Median Strategies, mit ähnlichen Praktiken aufgeflogen. Die US-Senatsanwärterin Mallory McMorrow gab an, dass falsche Umfragen dazu geführt hätten, dass Spender ihre Unterstützung zurückzogen und sie zum Rücktritt aufgefordert wurden. Brendan Carr, der von Trump ernannte Vorsitzende der US-Medienbehörde FCC, sprach von einem „erheblichen Anstieg“ gefälschter Umfragen. Die Vorfälle werfen Fragen nach dem Vertrauen in Umfrageergebnisse auf, insbesondere angesichts der zunehmenden Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz, Daten zu manipulieren. Wedgewood Polls hat das Nutzerkonto auf X gelöscht und die Website abgeschaltet.
Unsere Lesart ist, dass die absichtliche Fälschung von Umfragen durch Wedgewood Polls ein schwerwiegendes Problem darstellt, das das Vertrauen in die Medien und den Wahlprozess untergräbt. Die Behauptung, es habe sich um ein „experimentelles Projekt“ gehandelt, wirkt unglaubwürdig angesichts der potenziellen Auswirkungen auf die Wahlen und der gezielten Verbreitung der gefälschten Daten. Die Reaktion von Präsident Trump und die Auswirkungen auf die Senatsanwärterin McMorrow deuten darauf hin, dass die Manipulationen weitreichende Folgen haben könnten.
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