Ein Supermarkt im niederbayerischen Reisbach war Ziel eines Cyberangriffs, bei dem sich die Kühlanlagen bis auf 50 Grad Celsius erhitzten. Große Mengen an Lebensmitteln mussten entsorgt werden. Der Vorfall ist Teil einer Reihe ähnlicher Angriffe auf Supermärkte in mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich, Belgien, Schweden und die Niederlande. Der Supermarktbetreiber in Reisbach vermutet einen Cyberangriff als Ursache und kritisierte die dadurch verursachte Lebensmittelverschwendung. Foodsharing konnte einen Teil der Ware noch retten.
Die Polizei Niederbayern ermittelt in dem Fall und koordiniert sich mit Behörden in den anderen betroffenen Ländern. Bislang wurde jedoch nicht bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Cyberangriff handelt. Manipuliert wurden dabei in der Regel Kühlregale, die auch über eine Heizfunktion zum Abtauen verfügen. Der Supermarktbetreiber weist darauf hin, dass moderne gewerbliche Kühlanlagen heute üblicherweise mit dem Internet verbunden sind, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und Probleme schnell zu erkennen. Es gibt Berichte über weitere Cyberattacken auf Supermärkte in Wuppertal, im Ruhrgebiet und im Münsterland.
Die Regale in Reisbach sollen am Dienstag wieder mit frischer Ware befüllt werden. Die Polizei hat bislang keine weiteren Details zum Vorfall bekannt gegeben.
Unsere Einschätzung ist, dass die Vorfälle eine koordinierte Aktion gegen die Kühlketten von Supermärkten in mehreren europäischen Ländern darstellen. Die Vermutung eines Cyberangriffs, obwohl noch nicht bestätigt, scheint angesichts der modernen Vernetzung der Kühlanlagen plausibel. Die Lebensmittelverschwendung, die durch die Erhitzung der Kühlregale verursacht wurde, ist besonders besorgniserregend.
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